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Krefeld
Immer mehr Krefelder melden ein Gewerbe an - Anstieg um elf Prozent

Krefeld: Immer mehr Krefelder melden ein Gewerbe an - Anstieg um elf Prozent
Der Möbelladen der Familie Dahms an der Philadelphiastraße 171: In dem im vergangenen Jahr eröffnete Laden dominieren Gebrauchtmöbel aktuell das Angebot in der Halle. Stück für Stück sollen ausgewählte Teile in "Shabby Chic"-Möbel verwandelt werden. FOTO: Thomas lammertz
Krefeld. Gegen den Landestrend (minus 0,8 Prozent) und den in vielen Großstädten ist in Krefeld in Bezug auf die Neuanmeldungen von Gewerbetreibenden eine deutliche Aufbruchstimmung zu erkennen. Von Norbert Stirken

Die Krefelder trauen sich wieder etwas. Sie werden in einem Maße unternehmerisch tätig, die sich deutlich positiv von der Entwicklung in Nordrhein-Westfalen unterscheidet. Die Zahl der angemeldeten Gewerbe in der Stadt Krefeld ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um 11,1 Prozent auf 1205 Anmeldungen gestiegen. 1059 davon waren neu angemeldete Gewerbe - also keine Ummeldungen aus anderen Städten und Kreisen. Auch bei den Neustartern im Geschäftsbetrieb steht ein Plus von 8,2 Prozent zu Buche, teilte das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) mit.

Die Zahlen unterstreichen das von Oberbürgermeister Frank Meyer vielmals benannte Gefühl des Aufbruchs in der Stadt. Der Trend in Krefeld ist im Vergleich zu anderen Großstädten, dem Land und dem Regierungsbezirk Düsseldorf außergewöhnlich. Fast überall steht ein Minus vor den Prozentzahlen. Einzig die Stadt Remscheid bilanziert einen Anstieg um 4,4 Prozent bei den Gewerbeanmeldungen.

Wie das statistische Landesamt mitteilt, waren 78.913 Anmeldungen in Nordrhein-Westfalen 0,8 Prozent weniger Anmeldungen als im Vorjahreshalbjahr. Die meisten Anmeldungen waren Neuerrichtungen (66 089; minus 0,5 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2015). Dabei handelte es sich in 14.588 Fällen (plus 15,5 Prozent) um Betriebsgründungen, bei denen aufgrund der voraussichtlichen Beschäftigtenzahl oder der Rechtsform eine größere wirtschaftliche Substanz vermutet werden kann. Bei 268 Gewerbeanzeigen (minus 22,1 Prozent) handelte es sich um Umwandlungen. Von den übrigen 51.233 Neugründungen wurden 28.575 (plus vier Prozent) im Nebenerwerb und 22.658 (minus 12,8 Prozent) als Kleinbetrieb angemeldet.

Bevorzugte Rechtsform in den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 war mit 60.380 Gewerbeanmeldungen (minus 4,6 Prozent) das Einzelunternehmen. In 10.548 Fällen (plus neun Prozent) wurde eine GmbH und in 7404 Fällen (plus 22,6 Prozent) eine Personengesellschaft angemeldet. 20.857 Einzelunternehmen (minus 4,5 Prozent) wurden von Frauen angemeldet; dies entspricht einem Anteil von 34,5 Prozent. Der Anteil neu angemeldeter Einzelunternehmen durch ausländische Staatsangehörige lag bei 27,9 Prozent, dabei waren Gewerbetreibende mit polnischer (25,2 Prozent), türkischer (17,8 Prozent) und rumänischer (13,0 Prozent) Staatsangehörigkeit am häufigsten vertreten.

Den größten Anteil an der Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen hatte in Nordrhein-Westfalen im ersten Halbjahr 2016 der Bereich "Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen" mit 19.630 Gewerbeanmeldungen (plus 0,2 Prozent), gefolgt vom Baugewerbe mit 10.510 Anmeldungen (minus 10,5 Prozent). Bei der Interpretation der Zahlen ist zu beachten, dass Gewerbemeldungen Absichtserklärungen sind. Den Statistikern liegen keine Informationen darüber vor, ob das angemeldete Gewerbe auch tatsächlich ausgeübt wird.

Den 1205 Gewerbeanmeldungen in Krefeld stehen 1117 Abmeldungen im selben Zeitraum gegenüber. 976 davon haben das Gewerbe nicht um-, sondern komplett abgemeldet. Auch bei den Abmeldungen liegt Krefeld über dem Landesdurchschnitt. In NRW hat sich die Zahl der Abmeldungen um 0,9 Prozent auf 73.304 verringert. In Krefeld ist eine Zunahme um 1,6 Prozent zu verzeichnen. Die Komplettabmeldungen lagen im Land bei minus 1,1 Prozent und 60.120 Fällen, in Krefeld bei minus 1,2 Prozent.

Quelle: RP
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