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Krefeld
Kleidung für 70.000 Euro bestellt

Krefeld. Bezahlt hat der 43-Jährige nicht - jetzt wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt.

Ein mehrfach vorbestrafter Krefelder muss für drei Jahre ins Gefängnis. Das Schöffengericht hat ihn gestern wegen Betrugs in 164 Fällen verurteilt. Es wurden Vorstrafen einbezogen.

Fast zwei Jahre lang hatte der 43-Jährige bei einem Versandhaus Kleidung bestellt und nicht bezahlt. Knapp 70 000 Euro kamen zusammen, bezahlt wurde nichts. Weil er immer wieder auf den Namen fremder Personen bestellte, dauerte es, bis die Spur zu ihm verfolgt werden konnte. Der Krefelder räumte die Vorwürfe gestern pauschal ein. Er habe die Namen von tatsächlich existenten Sportlern und Politikern aus dem Internet gesucht und als Besteller angegeben. Auch einen gefundenen Personalausweis nutzte er für seine Betrügereien.

Details verriet er nicht. Allerdings sei er nicht der alleinige Verantwortliche, sagte der Krefelder. Die Waren habe er im Auftrag eines anderen bestellt. Der habe ihm jeweils ein Bruchteil des Wertes gezahlt. Je 50 Euro habe er für 500 Euro Bestellwert erhalten. Als Grund für die Taten nannte er Schulden, sogar der Gerichtsvollzieher habe sich schon bei ihm gemeldet. Das Gericht will nun den mutmaßlichen Mittäter ermitteln. Dann könnte bald ein weiteres Verfahren anstehen.

Die Staatsanwältin sprach von Gewerbsmäßigkeit und einem langen Zeitraum. Von Dezember 2011 bis August 2013 habe der Mann sich eine finanzielle Quelle von erheblichem Ausmaß verschafft. Sie beantragte eine milde Gesamtstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Weil der Angeklagte Wiederholungstäter sei und seine Bewährungschance nicht nutzte, verhängte das Gericht drei Jahre Haft. Der mehrfach und auch einschlägig vorbestrafte Mann habe aus anderen Verurteilungen nichts gelernt. Auf ihn werden jetzt wohl auch noch Forderungen des Versandhauses zukommen.

(BL)
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