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Krefeld
Krefeld aus der Luft erkundet

Krefeld: Krefeld aus der Luft erkundet
Das Monatsblatt Mai zeigt einen Blick auf die Krefelder Innenstadt, der einem Wimmelbild ähnelt. Im Vordergrund ist der Bahnhof zu sehen. Der Ostwall dahinter ist als grüne Allee erkennbar. Das Foto machte Elmar-Björn Krause aus einem Flugzeug heraus. Zum vierten Mal präsentiert Krause die so entstandenen Bilder in einem Kalender. FOTO: Bk
Krefeld. Zum vierten Mal hat Elmar-Björn Krause Bilder aus dem Flugzeug geschossen und als Kalender veröffentlicht. Von Bärbel Kleinelsen

Die Stadt Krefeld kennt Elmar-Björn Krause wie seine Westentasche - allerdings nur aus der Vogelperspektive. Seit 2014 überfliegt er regelmäßig das Stadtgebiet, immer auf der Suche nach neuen Gebäuden, veränderten Straßenzügen und ungewöhnlichen Perspektiven. Die besten Aufnahmen veröffentlicht der Fotograf und Verleger in einem Kalender, so auch in diesem Jahr. Allerdings mit einem Unterschied: "Diesmal habe ich alle Fotos alleine gemacht. Der Fotograf und Pilot Baoquan Song war nicht dabei. Dafür habe ich mit Alfred Stürz einen Super-Piloten gefunden, der sehr routiniert fliegt und auch die ungewöhnlichsten Perspektiven möglich macht", erklärte Krause gestern bei der Vorstellung seines Kalenders im Museumscafé in Linn.

Im Museum der Burg Linn wird der Kalender "Monumente der Geschichte. Kulturlandschaften im Porträt" aus dem Verlag "Edition Archaea" ebenso verkauft wie im Krefelder Buchhandel. "Er läuft sehr gut. Wir mussten den Kalender 2017 nachbestellen", erinnert sich Museumsleiterin Jennifer Morscheiser. Auch in diesem Jahr startet der Kalender 2018 wieder in einer Auflage von 200 Stück. Nachdrucke sind immer möglich.

Es steckt viel Arbeit hinter den außergewöhnlichen Aufnahmen. Bei einem dreistündigen Flug macht Fotograf Krause rund 1400 Bilder, die er anschließend am Computer sichtet. Während des Fluges hat er nicht viel Platz zu agieren. "Es ist in der Cessna natürlich sehr eng. Da ich nicht durch die Scheibe fotografieren kann, muss ich das Fenster öffnen, was bei dem äußerst starken Fahrtwind natürlich schon eine Herausforderung ist. Dann zeige ich dem Piloten die für die Fotos notwendige Flugrichtung per Handzeichen, während ich mit der anderen Hand die Kamera halte", beschreibt Krause sein Vorgehen. Einem anderen Fotografen sei bei einem solchen Manöver schon die teure Kamera aus der Hand gerutscht. Krause bisher nicht. Aber auch er kennt das Gefühl, wenn der Flieger aus der Schräglage zurück in die normale Flugposition kippt und Pilot und Co-Pilot durch den Ruck aus dem Sitz gehoben werden. "Es ist wichtig, einen guten Piloten zu haben, auf den man sich verlassen kann. Stürz beispielsweise ist auch Kunstflieger. Aber Pirouetten traue ich mir dann doch nicht zu", sagt Krause und schmunzelt.

Die grüne Seite von Krefeld: Haus Neuenhofen in Bockum. FOTO: Bärbel Kleinelsen

Notwendig wird die Flugkunst, wenn der Fotograf Gebäude wie die Hauptpost am Ostwall ablichten möchte, die sich hinter Bäumen verstecken. Eine andere Herausforderung stellt die südliche Innenstadt dar. Schon der Bereich rund um den Hauptbahnhof grenzt an die Kontrollzone des Düsseldorfer Flughafens. Für das Luftbild vom Helios-Krankenhaus brauchte Krause eine Genehmigung. Und das Glück, die Flugerlaubnis zeitnah zu bekommen. "Im vergangenen Jahr mussten wir eine Stunde rumfliegen, bevor wir in das Gebiet durften", erinnert sich der 58-Jährige.

Manchmal sieht man aus der Luft auch bislang unentdeckte Schätze. Wie 2014 bei den Flügen für den ersten Kalender. Damals erzählte Museumschef Christoph Reichmann, dass möglicherweise ein neues archäologisches Projekt entdeckt wurde. Bewuchsunterschiede ließen auf frühmittelalterliche Reihengräberfelder schließen. Wer weiß, was Experten diesmal entdecken.

Krefeld hat viele verschiedene Gesichter. Hier der Blick auf Hüls. FOTO: Bärbel Kleinelsen
Quelle: RP
 
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