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Krefeld
Mediothek wandelt Gesicht: Neue Studierplätze statt Sachbücher

Krefeld: Mediothek wandelt Gesicht: Neue Studierplätze statt Sachbücher
Die Mediothek als Studienplatz: Immer mehr junge Leute nutzen die Mediothek zum Lernen und Studieren. FOTO: samla
Krefeld. Bis zum Ende des Jahres soll ein Teil der Sachbuchabteilung in eine neue Abteilung für Jugendliche und junge Erwachsene umgewandelt werden. Es werden auch zusätzliche Arbeitsplätze eingerichtet. Von Petra Diederichs

Die Zeiten, in denen Bibliotheken vor allem Ausleihstätten für Bücher waren, sind vorbei. Das Bild hat sich gewandelt. Dem trägt die Mediothek Rechnung. In den kommenden Wochen wird die Ebene 5, wo zurzeit die Regale mit den Sachbüchern zu Musik und Kunst stehen, umgestaltet. Die Fachliteratur weicht in andere Abteilungen, der neu gewonnen Platz wird Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene. "Wir werden hier zusätzliche Arbeitsplätze einrichten und das W-Lan aufrüsten, damit man dort auch Studien betreiben kann", sagt Helmut Schroers, Leiter der Mediothek.

Dass Referate, Haus- und Semesterarbeiten in der Mediothek vorbereitet werden können, hat sich bewährt. "Als wir das Haus mit drei Studioräumen zum Lernen und für Gruppenarbeit eröffnet haben, war das unser ganzer Stolz. Inzwischen könnten wir zehn solcher Räume brauchen", sagt Schroers. Die neue Ebene 5 wird speziell auf junge Menschen zugeschnitten. "Die derzeitige Kinder- und Jugendbuchabteilung platzt aus allen Nähten", berichtet der Mediothekschef. Sie soll künftig nur noch Kinderbücherei sein. Die Jugendliteratur wandert nach oben. Lesen und Lernen werden verbunden.

Dieses Modell gab es bereits in den ersten Bibliotheken der Antike. Doch die Weisheit der Bücher allein ist im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß. "Der Aufenthaltswert in unserem Haus ist groß", sagt Schroers. Auch immer mehr Flüchtlinge nutzen die Bereiche mit dem kostenlosen W-Lan, um den Kontakt zu ihren Familien in der alten Heimat zu halten. "Viele lernen hier auch Deutsch." Stammgäste kommen zur täglichen Zeitungslektüre. Leseclubs - wie vom Förderverein initiiert - treffen sich zur Diskussion.

Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, glaubt er. "Die Bibliothek der Zukunft wird kein reines Haus der Bücher oder der Medien mehr sein, sondern eine Art Begegnungsstätte." Und da könnte er sich zusätzliche Funktionen durchaus denken: "Es wird ein Haus sein, wohin man in seiner Freizeit gerne geht - mit Veranstaltungen, Kino, Gamen oder Treffen mit Gleichgesinnten. Und warum soll man da nicht auch den Personalausweis verlängern lassen oder touristischen Angebote der Stadt bekommen?"

Zurzeit hat die Mediothek 15.000 Leseausweise ausgegeben. "An einem Ausweis hängen zwei bis drei Nutzer. Wir können also sagen, dass im Schnitt jeder fünfte Krefelder unser Angebot in irgendeiner Form nutzt", sagt Schroers. Die meisten entleihen Bücher. Doch 10.000 Medien sind virtuell - ein Fünftel des Bestandes. "Jedes Medium wird im Schnitt fünf Mal pro Jahr ausgeliehen."

Quelle: RP
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