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Krefeld
Modernisierung Stadthaus beschlossen

Krefeld: Modernisierung Stadthaus beschlossen
Das Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz ist marode: Eine politische Mehrheit stimmte jetzt dafür, den denkmalgeschützten Bau von Egon Eiermann grundlegend zu sanieren. FOTO: Thomas lammertz
Krefeld. In der Sitzung des Bauausschusses waren sich die Mitglieder aller Parteien einig: Der denkmalgeschützte Bau von Egon Eiermann soll saniert und als ÖPP-Modell realisiert werden. Gesamtkosten dafür betragen 128 Millionen Euro. Von Anette Frieling

Auch wenn noch weitere Ausschüsse über den Verwaltungsvorschlag zur Zukunft des Stadthauses beraten müssen, im Bauausschuss waren sich die Mitglieder aller Parteien bereits einig: Der ursprünglich als Verwaltungs- und Lagergebäude für die Verseidag errichtete und von Egon Eiermann entworfene Komplex soll umfassend und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes modernisiert werden. Die Kostenberechnung für die Sanierung ergibt eine Summe von 63,15 Millionen Euro. Auf 30 Jahre verteilt kalkuliert die Verwaltung Aufwendungen in Höhe von 128 Millionen Euro inklusive Abschreibung, Anmietung, Energie, Instandhaltung, Leerstandsmanagement und Finanzierung.

Obwohl es sich um einen der teuersten Haushaltsbeschlüsse der Stadt handelt, ist die Entscheidung auf Basis einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung die kostengünstigste Variante unter insgesamt drei geprüften Möglichkeiten. Am teuersten wäre die Beibehaltung des Ist-Zustandes gewesen. Im Vergleich zu dem "Lebenszyklus von 30 Jahren" kommt der Gutachter der beauftragten Public Sector Project Consultants GmbH zu dem Ergebnis, "dass die Beibehaltung des Ist-Zustandes, d.h. Anmietungen von mehreren externen Standorten, die mit großem Abstand unwirtschaftlichste Lösung und keine Alternative zur Modernisierung Stadthaus bzw. zu einem Neubau darstellt".

So wurde laut Verwaltungsvorlage berechnet, dass bei der derzeitigen Anmietungsvariante "jedoch noch ohne absehbar zusätzlich erforderliche Baumaßnahmen, z.B. zur Barrierefreiheit" 30,7 Millionen beziehungsweise 28,4 Millionen Euro Mehraufwendungen gegenüber der Modernisierungsvariante Stadthaus beziehungsweise Neubauvariante entstehen; berechnet auf 30 Jahre würde das einer jährlichen Mehrbelastung des städtischen Haushaltes von einer Million Euro entsprechen. Bei ihrer Empfehlung für eine Modernisierung verweisen Gutachter und Verwaltung des weiteren im Falle dezentraler Standorte auf noch nicht einkalkulierte Mehrkosten durch Fahrzeiten und Fahrkosten für städtische Mitarbeiter sowie auf Nachteile bei der "angestrebten Kundenorientierung", da die Krefelder Bürger "bei ihren Anliegen quer durch die Stadt geschickt werden" müssten. Im Falle der Entscheidung für einen Neubau gab die Verwaltung zu bedenken, dass die Frage nach der Nutzung bzw. "Verwertung" des denkmalgeschützten Stadthauses ungeklärt bliebe, zumal eine Veräußerung "angesichts der in den letzten Jahren mehrfach grundsätzlich abgefragten Interessenslagen Dritter nahezu auszuschließen" sei. Ferner würde die Neubauvariante dazu führen, dass die Stadt auf einen möglichen Verkaufserlös von etwa drei Millionen Euro für das Grundstück am Willy-Brandt-Platz verzichten würde. Während sich die Fraktionen einstimmig für die Modernisierung des Stadthauses aussprachen, wurde die Umsetzung der Finanzierung als ÖPP-Modell als Inhabermodell mehrheitlich gegen Grüne und Linke entschieden. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Stadt Eigentümer des Gebäudes bleibt. Die Finanzierung der Gesamtinvestitionskosten sowie der Vertrags- und Finanzstruktur entspricht somit der des Neubaus der Hauptfeuerwache Krefeld. Die Wahl des Investitionsmodells folgt der Empfehlung des Gutachters.

Quelle: RP
 
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