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Westwall-Pläne in Krefeld
Neue Initiative will Anwohnern nicht das Feld überlassen

Westwall-Pläne in Krefeld: Neue Initiative will Anwohnern nicht das Feld überlassen
Brigitta Heidtmann und Gaby Baltha (rechts) leisten auf dem Wochenmarkt am Westwall Überzeugungsarbeit für einen autofreien Vorplatz vor dem mit 17 Millionen Euro sanierten Kaiser-Wilhelm-Museum. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Nachdem schon zahlreiche Unterschriften für eine Öffnung des Westwalls für den Autoverkehr gesammelt wurden, startet jetzt eine neue Initiative mit dem Ziel eines autofreien Museumsplatzes. Von Bianca Treffer

In Sachen Westwall-Öffnung oder Sperrung vor dem Kaiser-Wilhelm-Museum sind die Meinungen in Krefeld geteilt. "Initiative für einen autofreien Museumsvorplatz" ist so auf dem weißen Schild zu lesen, das Brigitta Heidtmann an ihrer Jacke befestigt hat. Rund 20 Unterschriften sind es, die die Krefelder Künstlerin auf ihrer Unterschriftenliste für eine weitere Sperrung des Westwalls in Höhe des Kaiser-Wilhelm-Museums stehen hat. Und es kommen mehr dazu, denn immer wieder bleiben Besucher des Bauernmarktes auf dem Dionysiusplatz stehen, um zu unterschreiben.

"Die Polemik von der anderen Seite stört mich. Es ist ein schöner Platz und ich denke, wir vertun eine Chance für die Innenstadt, wenn wir ihn wieder für den Autoverkehr öffnen. Jeder Krefelder, der zum Südwall will, fährt zudem nicht ums Museum, sondern über die Hubertusstraße", sagt Anne Schicks. Eine Verkehrsbelastung für die Anwohner sieht sie daher nicht. Auch fragt sich die Krefelderin, welche Einzelhandelsgeschäfte negativ betroffen wären, wenn vor dem Museum kein Verkehr mehr fließen würde. Ein Argument, das die Gegenseite, die für eine Öffnung für den Autoverkehr ist, aufbringt. Etwas kann sie sich allerdings nicht vorstellen und das sind ständig parkende Autos vor dem Museum, wie es jetzt der Fall ist.

Als eine Aufwertung für das Museum sieht Hans-Peter Schicks einen autofreien Platz. "Krefeld fehlt es generell an Plätzen als Treffpunkt und Aufenthaltsraum. Wenn ich im Urlaub schöne Plätze sehe, dann denke ich immer, warum wir das in Krefeld nicht haben", bemerkt Sabine von der Heiden. Dass Plätze die Stadt beleben, zeige der Platz an der Alten Kirche, fügt die Krefelderin an, während auch sie ihre Unterschrift auf die Liste setzt, die der Stadt Krefeld vor der nächsten Sitzung des Bauausschusses übergeben werden soll.

In der vorigen Woche ist die Initiative für einen autofreien Museumsplatz an den Start gegangen und hat die ersten hundert Unterschriften eingeholt. "Im Prinzip haben wir uns gegründet, weil wir es nicht hinnehmen wollen, dass die andere Initiative behauptet, alle Krefelder wären für eine Öffnung des Westwalls. Das ist nicht repräsentativ. Es sind Millionen in die Sanierung des Museums geflossen. Jetzt haben wir die Chance den Platz autofrei und schön zu gestalten, das ist zu nutzen", sagt Gaby Baltha, die selber am Karlsplatz wohnt. "Ich kann immer wieder feststellen, dass Besucher von außerhalb über den Innenhof ins Museum gehen. Und das machen sie, weil es dort schön ist. Plätze gewinnen, wenn sie da sind. Zumal in diesem Fall auch schon Interessenten für die Außengastronomie vorhanden sind. Es ist einfach schön, wenn Bürger Plätze nutzen können", findet Susanne Noschylla, die ebenfalls der Initiative angehört. Bei allem hebt die Initiative ganz deutlich hervor, dass sie sich zwar für einen autofreien Museumsplatz ausspricht, aber mit der aktuell gestalten Planung des Platzes nicht einverstanden ist. Es fehlt ihnen an Grün. "Die Planung kann man noch ändern, das zeigt der Einsatz der Bürger an der Blumenstraße. Sie haben sich für mehr Grün eingesetzt und letztendlich auch bekommen", erinnert Karin Besser. Nachbesserungen in den Gestaltungsplänen sehen sie daher als dringlich an. Alle hoffen nun, dass das Museum den Vorplatz bekommt, den es verdient.

Quelle: RP
 
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