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Krefeld
New Damage startet Höhenflug vom Weltraumairport

Krefeld: New Damage startet Höhenflug vom Weltraumairport
Das Krefelder Metal-Quartett New Damage stellt sein neues Album "Cosmodrome" vor: Peter Höttges, Christian Surkamp, Torsten Marach und Ingo Bajonczak (von links). FOTO: ND
Krefeld. Cosmodrome - der Weltraumflughafen der Krefelder Metal Band New Damage weist eine wesentliche Parallele mit dem Berliner Flughafen auf. Es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis das neue Album des Hardrock-Quartetts fertig war. Nach acht Jahren stehen jetzt die elf neuen Songs als Download und als CD zur Verfügung. Veröffentlicht als Debüt des neuen Krefelder Labels Sunblast Records. Von Norbert Stirken

Cosmodrome heißt das neue Album des Krefelder Rock-Quartetts New Damage. Die Band hat lange an den Stücken geschraubt, bis sie den eigenen Ansprüchen genügten. Seit wenigen Tagen ist das Album der Band veröffentlicht. "Wir liefen Gefahr, einen Schnellschuss abzuliefern", sagten Schlagzeuger Torsten Marach und Gitarrist Christian Surkamp. 2009 war die Vorproduktion schon weit gediehen. Zufrieden waren die beiden und Sänger Ingo Bajonczak sowie Bassist Peter Höttges mit dem Ergebnis nicht. "Hinzu kamen zahlreichen private Einschnitte, zum Beispiel wurde unser Sänger Vater, berichtet Marach. Ferner verfolgten die Mitglieder auch andere Projekte. Der Band-Spirit litt darunter nicht. New Damage verlor sein Ziel nicht aus den Augen.

Die Vier präsentieren ein Album, das die Herzen der Metalfans höherschlagen lässt. Drummer Marach trommelt sich den Teufel aus dem Leib und Sänger Bajonczak röhrt und säuselt im Wechsel seine Botschaften in das Weltall. Begleitet von Gitarrenklängen und Bassläufen, die den großen us-amerikanischen Vorbildern in nichts nachstehen. Die Krefelder liefern ein professionelles und stimmiges Werk und bedienen sich fürs Drumherum der gängigen Klischees: Bandfoto im Bunker, Video in verfallener Fabrik, Outfit im Stil von Rage against the Machine oder Korn und einen Sound, der wie aus einem Tonstudio der Major-Labels klingt. "Unsere Musik ist melodiöser, härter, schneller, aggressiver und reicher an Spannungsbögen als in der Vergangenheit", sagt Marach. Modern Metal oder Progressiv Alternative nennt Surkamp den neuen Sound, den jeder für sich am heimischen Computer aufgenommen hat, ehe quasi die Einzelteile zusammengefügt, gemischt und anschließend gemastert wurden. Die elektronischen Möglichkeiten sind soweit fortgeschritten, das ein Besuch in einem Tonstudio nicht mehr unbedingt nötig ist. Elektronisches Drumset und Sampling waren für Schlagzeuger Torsten Marach diesmal keine Option. Er besann sich bewährter Methoden und baute sein Schlagzeug mit Mikrofonierung im Proberaum an der Freiligrathstraße auf, setzte sich hinter die Snare und spielte das Gerüst der neuen Metal-Songs ein. "Viele Entscheidungen für die Stücke fallen schon sehr früh im Prozess", erklärte Marach, der mit Surkamp auch die Texte geschrieben hat.

Große Träume von der großen Musiker-Karriere hat New Damage nicht mehr. Alle Band-Mitglieder sind um die 40 Jahre alt und haben schon einiges erlebt. Release-Party und der ganz Schnickschnack ersparen sich die Krefelder. "Vielleicht noch mal als Support-Band mit einem bekannten Act auf Tour gehen, das könnte ich mir vorstellen", sagt Surkamp. Wichtig für alle sei, dass "wir Spaß haben".

Spaß erlebte ein Krefelder Fan der Gruppe, der mit seinem Glück gar nicht mehr gerechnet hatte. Vor acht Jahren bei der Vorstellung des Albums "Ze'eb And Oreb"- das ist Arabisch und bedeutet Wolf und Rabe - gewann er einen Auftritt im Video für die nächst Platte. Niemand rechnete damals damit, dass die so lange auf sich warten lassen würde. Die Überraschung war jetzt umso größer, als er jetzt seinen Gewinn endlich einlösen und gefesselt auf einem Bürostuhl in einem morbiden Verlies eine Hauptrolle spielten durfte. Den Ort der Aufnahme wollen die Musiker nicht verraten.

Die Bandgeschichte begann 1999 in Krefeld. Zwölf Monate später veröffentlichten sie die EP "You're Wrong". Die Besetzung ist heute wie damals die selbe - mit einer Ausnahme: Sänger Jerry Ülker wurde 2009 durch Ingo Bajonczak abgelöst. Der Vorgänger erlitt einen Hörsturz und musste sein Hobby wegen seines Tinnitus auf beiden Ohren aufgeben. Bis dahin war seine rockig-soulige Stimme das Markenzeichen des Quartetts. 2002 melden sich New Damage mit der nächsten EP "Infected", ehe sie 2004 endlich ihr offizielle Debüt "Out Of Ordinary" vorlegen. Damals fielen musikalisch gern Vergleiche zu Stone Temple Pilots, Creed oder Pearl Jam. Ülker erinnert nicht selten an Chris Cornell von Soundgarden. Für ihr zweites Album "Pressurized", das 2007 erscheint, ernsten sie überall nur Lob. Ülkers Ausscheiden bedeutete einen herben Rückschlag.

Aufgeben stand aber nicht zur Debatte. Ingo Bajonczak, der bereits bei Supersoma und Dirty Amish aktiv war, stieg bei New Damage ein. Ende November 2009 erscheint das dritte Album "Ze'eb And Oreb" und eine rund zweijährige Phase begann, in der die Krefelder mit Konzertpräsenz in hoher Taktung ihre Live-Qualitäten beweisen konnten.

Quelle: RP
 
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