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Krefeld
Poensgen-Fenster für die Grabeskirche

Krefeld: Poensgen-Fenster für die Grabeskirche
Pfarrer Klaus-Stephan Gerndt in der Seitenkapelle mit Kreuz und Apsisfenstern von Joseph Albert Sögtrop. Für das große dreiteilige Fenster rechts hat Jochem Poensgen den mittelblauen Entwurf im Bild unten links vorgesehen. Der grüne Entwurf ist für die Fenster im Kreuzgang, der gelbe für die Fenster der Nordfassade bestimmt. FOTO: Lez
Krefeld. Die St. Elisabethkirche am Inrath soll möglichst bis Ende des Jahres fertig werden. Der international bekannte Jochem Poensgen (85) wird seine Entwürfe für insgesamt zwölf Fenster am 1. April in der Kirche vorstellen und erläutern. Von Jochen Lenzen

Der international bekannte Glaskünstler Jochem Poensgen, dem aktuell eine Ausstellung im Deutschen Glasmalerei-Museum in Linnich gewidmet ist, hat im Auftrag der Pfarre Heiligste Dreifaltigkeit Fenster für die Grabekirche St. Elisabeth entworfen. Poensgen-Werke in näherer Umgebung sind in St. Barbara am Bunten Garten in Mönchengladbach und in St. Peter in Düsseldorf-Unterbilk zu bewundern.

Die Entwürfe für die doppelverglasten Fenster, die auf drei Seiten und in drei Ebenen bearbeitet werden, so dass sich das Licht bei Standortwechseln immer anders bricht und sich die Linien zu bewegen scheinen. FOTO: lez

"Fünf Fenster im Kreuzgang an der Südseite der Grabeskirche, wo künftig ebenfalls Urnenanlagen stehen sollen, werden durch Fenster des 85-jährigen Künstlers aus Soest ersetzt", erklärt Pfarrer Klaus-Stephan Gerndt. Dasselbe gilt für die fünf, einen Meter Durchmesser großen Rundfenster der Kirchen-Nordfassade. Ungleich größer wird das Poensgen-Werk für das dreigeteilte Fenster in der Seitenkapelle, wo sich Angehörige vor dem Gottesdienst von dem Verstorbenen verabschieden können. Das dortige große Kreuz und die Apsisfenster stammen ebenso von Joseph Albert Sögtrop wie der Altar und das Taufbecken, die laut Pfarrer Gerndt zurzeit eingelagert sind und künftig in der Grabeskirche aufgestellt werden. Während die Finanzierung dieser Fenster gesichert ist, ist die Pfarre noch auf Spenden angewiesen, um ein zwölftes, 1,80 mal 0,40 Meter großes Fenster über einer künftigen kleinen Andachtstelle einbauen zu können.

Noch sieht es im Innern der Kirche ziemlich wüst aus: Rechts und links des noch plattierten Mittelgangs und der Altarempore, die nivelliert werden wird, ist der nackte Sandboden zu sehen, auf dem unter anderem Möbelreste auf ihre Entsorgung warten.

Bisher sind für die Grabeskirche 278 Urnenstellen reserviert worden; knapp 20 davon sind mit inzwischen Verstorbenen belegt. Genauer gesagt "warten" diese Urnen in St. Elisabeth in Mönchengladbach-Eicken und im Willicher Krematorium darauf, dass die Inrather Grabeskirche fertig wird. Das werde aber wohl frühestens Ende dieses Jahres der Fall sein, meint Gerndt. Der Bauantrag harre bei der Stadt noch seiner Genehmigung.

Als Erstes möchte die Pfarre das Dach der Grabeskirche erneuern, einen Blitzschutz installieren und die Fassade über dem besagten Kreuzgangteil beifugen. In einem zweiten Schritt müssen die Fenster der ehemaligen Bibliothek ausgetauscht werden. Diese beiden Maßnahmen belaufen sich auf Kosten von etwa 200.000 Euro. Als Drittes soll der Boden der Kirche komplett neu mit einem Design-Estrich gegossen werden. "Derzeit ist ein Statiker dabei, die Tragfähigkeit der Bodenplatte d für die Urnenanlagen zu berechnen", sagt der Pfarrer.

Inzwischen ist auch ein Konzept für die Heizung erarbeitet: Statt den gesamten Kirchenraum zu beheizen, soll aus Energiespargründen eine so genannte Quellenheizung während der Gottesdienste unterhalb der Stühle durch schmale Schlitze für Warmluft sorgen.

Jochem Poensgen wird die Entwürfe für seine Fenster allen Interessenten am Samstag, 1. April, 15 Uhr, in der Kirche an der Hülser Straße 576 per Computer auf einer großen Leinwand vorstellen und erklären.

Quelle: RP
 
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