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Krefeld
Pop-Feuerwerk wie in den 70ern

Krefeld: Pop-Feuerwerk wie in den 70ern
Die Frontm3en haben das "e" durch eine Drei ersetzt, denn zu dritt sind sie gut für eine geballte Ladung guter Musik und Popgeschichte. V.l.: Peter Howarth (The Hollies), Pete Lincoln (The Sweet) und Mick Wilson (10 cc) haben die ausverkaufte Kufa schwelgen lassen. FOTO: Mai
Krefeld. Eine furiose Ü50-Party mit zahlreichen Kulthits aus den 1970er-Jahren feierte die Formation Frontm3n gemeinsam mit den begeisterten Be-suchern in der komplett ausverkauften Krefelder Kulturfabrik. Von Dieter Mai

"Wenn ich mir überlege, dass die Jungs 2016 hier im kleinen Saal vor 60 Leuten auftraten, im letzten Jahr vor 140 zahlenden Gästen, und heute spielen sie vor ausverkaufter Halle..." - Jürgen Mengert vom Programmausschuss der Kufa ist die Begeisterung anzumerken. Ebenso wie er war auch die Mehrheit der über 400 Besucher am Sonntagabend hin und weg vom Auftritt der drei Vollblut-Musiker von Frontm3n. Die überzeugten vom ersten Stück an mit einem furiosen Seventies-Pop-Feuerwerk in akustischer Variante.

Streng genommen könnte man der Formation einen klitzekleinen Etikettenschwindel vorwerfen: Auch wenn sie die Leadsänger wahrlich legendärer Formationen aus den 1970er-Jahren sind, ließe sich einschränkend einwenden, dass Peter Howarth (The Hollies), Pete Lincoln (The Sweet) und Mick Wilson (10cc) eben doch "nur" den jeweils aktuellen Inkarnationen jener Kult-Bands als Frontleute dienen. Deren Glanzzeiten von einst hatten sie nicht selbst mitgestaltet. Derartige Bedenken wussten die Drei aber in überzeugender Manier zu zerstreuen.

Ob die pompösen Glamrock-Hymnen von The Sweet, gefühlvolle Welthits der Hollies oder die leicht verschroben und durchaus anspruchsvollen Kompositionen von 10 cc - Howard, Lincoln und Wilson wussten ein ums andere Mal zu begeistern. Mit tadellosen mehrstimmigen Vokal-Arrangements, präzisem Zusammenspiel und ganz viel Gefühl verzauberten sie ihr Publikum und bescherten der Kufa eine Ü50-Party der Premiumklasse.

Auch in ihren jeweiligen Solo-Parts überzeugten die Musiker mit mitreißenden Performances und setzten immer neue Glanzpunkte. So kreierte etwa Peter Howarth Gänsehaut-Momente mit seiner Interpretation von "He Ain't Heavy He's My Brother" von den Hollies, Pete Lincoln bewies in seinen 10cc-Songs virtuosen Stimmumfang.

Norbert Reul, 59, ist gemeinsam mit Ehefrau Angela da. Für die Frontm3en sind sie eigens aus Linz am Rhein angereist. Er sagt: "Ich habe die Jungs im Januar 2017 im Fernsehen gesehen und daraufhin sofort nach Karten gesucht. Das Konzept ist einfach toll: drei herausragende Musiker mit richtig guten Stimmen, die nur Riesen-Hits von weltbekannten Bands spielen."

Die Begeisterung ist auch im Publikum allgegenwärtig. Da wird mitgeklatscht und mitgesungen, ein Hit reiht sich an den nächsten: von The Sweets "Love is Like Oxygen" bis 10ccs "Rubber Bullets". Dazwischen immer wieder humorvolle Ansagen, als Running Gag wird etwa ironisch Sir Cliff Richard salutiert, sobald sein Name fällt. Schließlich haben sich Howarth, Lincoln und Wilson seinerzeit in dessen Band kennengelernt. Spätestens bei "Fox On The Run" kennt das Publikum kein Halten mehr. Nun hält es kaum noch jemanden auf den Sitzen. Nach einer weiteren Gänsehaut-Nummer, 10ccs "I'm Not In Love", und dem darauf folgenden "Ballroom Blitz" steht auch der Letzte im Saal. Krefeld tanzt und entlässt eine rundum begeisternde Band folgerichtig nicht ohne Zugabe. Mit den "Lucky Lips" wird zum letzten Mal Sir Cliff die Reverenz erwiesen, bevor die Frontm3n die Besucher mit "Dreadlock Holiday" in die Krefelder Nacht entlassen. Bis zum nächsten Mal. Denn am 13. Januar 2019 kommen sie wieder in die Kufa. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.

Quelle: RP
 
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