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Krefeld
Projekt "Elternhaltestelle" gestartet

Krefeld: Projekt "Elternhaltestelle" gestartet
Start für die Elternhaltestelle an der Arndtstraße/Ecke Lindenplatz in Uerdingen: Polizei, Verkehrswacht, Schulleitung, Eltern und natürlich die Schulkinder hoffen auf einen Erfolg der Maßnahme. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. An der Edith-Stein-Grundschule in Uerdingen soll das morgendliche Elterntaxi-Verkehrschaos am Schultor entschärft werden: Eltern sollen ihre Kinder rund 150 Meter entfernt absetzen, die Grundschüler den Rest des Weges zu Fuß gehen. Von Carola Puvogel

Es ist ein Trend, der die Sicherheit von Grundschulkindern im Straßenverkehr erheblich gefährdet: Immer mehr Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule und wollen sie möglichst nahe am Schultor absetzen. Vor vielen Schulen kommt es dadurch zu haarsträubenden Situationen, vor allem morgens zum Schulbeginn. Jetzt wollen Verkehrswacht, Polizei und die Krefelder Initiative Fairkehr gegensteuern: An der Edith-Stein-Grundschule in Uerdingen ist gestern die erste Krefelder "Elternhaltestelle" in Betrieb genommen worden. Und zwar nicht am Schultor, sondern etwas mehr als hundert Meter weit entfernt an der Ecke Arndtstraße/Lindenplatz. Dort werden vormittags rund zehn Pkw-Stellplätze freigehalten, so dass Eltern ihre Kinder absetzen können. Die letzten Meter zur Schule sollen die Kinder dann selbstständig zurücklegen. Auch das ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit der Grundschüler. Denn, so erklärt Volker Stahl, Leiter der Polizei-Verkehrsinspektion: "Kinder, die immer zur Schule gefahren werden, lernen nicht, sich im Verkehr sicher zu bewegen."

Die Initiative für die "Elternhalte stelle" an der Edith-Stein-Schule hat Nicole Reschke ins Rollen gebracht. Die Mutter siebenjähriger Zwillinge erzählt: "Morgens sind die Bürgersteige an der Schule in beide Richtungen von Eltern zugeparkt, die ihr Kind wahrscheinlich am liebsten bis in die Klassen fahren würden. Ich finde, es kann nicht sein, dass Kinder, die zu Fuß kommen, deswegen auf der Straße laufen müssen. Diesen Eltern ist einfach nicht klar, wie viele Kinder sie gefährden, um ein Kind vermeintlich sicher zur Schule zu bringen." Manche Eltern hätten, auf das Thema angesprochen, zwar positiv reagiert, es gebe aber auch viele Unbelehrbare. "Ich habe keine Zeit, weiter weg zu halten" oder "Das interessiert mich nicht" waren nur einige Antworten, die die engagierten Eltern sich anhören mussten.

Nicole Reschke und Pflegschaftsvorsitzender Jörg Brasseler begannen schließlich, die morgendliche Situation fotografisch zu dokumentieren und die Bilder der Polizei zuzusenden. Nachdem andere Maßnahmen, unter anderem das Verteilen von Knöllchen, keinen Erfolg hatten, wurde in Zusammenarbeit mit der Schulleitung der Plan entwickelt, eine "Elternhaltestelle" einzurichten.

Schulleiter Christoph Reiners hofft, dass das Angebot von den autofahrenden Eltern angenommen wird. Zur Beruhigung, dass die letzten 150 Meter auch wirklich sicher sind, sollen an zwei Kreuzungen Lotsen eingesetzt werden, rekrutiert aus der Elternschaft oder, so eine Idee, aus den umliegenden weiterführenden Schulen.

"Wir glauben, dass die Kinder gerne mit ihren Freunden zur Schule laufen wollen", sagt Reiners. "Der Druck muss von der Rückbank kommen", formuliert der Pädagoge plakativ. "Wir hoffen, dass die Kinder fordern werden, an der Elternhaltestelle abgesetzt zu werden." Das Angebot wird seitens der Schule mit verkehrspädagogischen Angeboten flankiert. So war "Sicher im Verkehr" Thema des letzten Schulfests; Elternbriefe sollen helfen, für die Probleme zu sensibilisieren. Für die Kinder sieht der Schulleiter nur Vorteile: "Sie bekommen Bewegung, können soziale Kontakte knüpfen und lernen, sicherer im Straßenverkehr unterwegs zu sein."

Quelle: RP
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