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Krefeld
Sängerbund-Konzert mit Rekordbesuch

Krefeld: Sängerbund-Konzert mit Rekordbesuch
Mit mehreren Solisten trat der Bockumer Sängerbund am Sonntag auf. FOTO: T. L.
Krefeld. 1000 Besucher kamen zum Konzert des Bockumer Sängerbundes in das Seidenweberhaus. Von Mojo Mendiola

Zum 15. Mal lud der "Sängerbund 1884 Krefeld-Bockum" zum großen Weihnachtskonzert ins Seidenweberhaus, mit ihm stand der "Uerdinger Männergesangverein" auf der Bühne, und fast 1000 Hörer - mehr als je zuvor - waren gekommen.

Das Weihnachtsfest als Friedensbotschaft - dies stellten der künstlerische Leiter Stephan Krings und die Seinen deutlicher denn je in den Mittelpunkt ihrer Darbietung und eröffneten ihr Konzert mit "Dona nobis pacem". Begleitet wurden sie dabei von Sigrid Althoff am Klavier. Der Nächste aus dem Kreis um Tenor Stefan Lex, der nicht zum ersten Mal bei den Bockumern mitwirkte, war der erst dreizehnjährige Trompeter David Fiedler, ein Freund der zwölfjährigen Cellistin Alexandra Lex-Althoff. Beide bestachen mit einem für ihre Jugend bemerkenswert sauberen und festen Ton auf ihren Instrumenten. Eine weitere Instrumentalistin aus diesem Umfeld war die Harfenistin Jenny Ruppik, deren Solo-Vortrag des "Ave Maria" von Schubert/Thomas ebenfalls großen Anklang fand. Die zentrale Figur, auch wenn sie sich nicht in den Vordergrund spielte, ist natürlich Stefan Lex, dessen Beliebtheit vielleicht auch damit zu tun hat, dass er in Stimmfarbe und Phrasierung gelegentlich an Karel Gott erinnert. Für sein "Ave Maria" von Caccini und seine Mitwirkung in diversen Stimmkombinationen wurde er regelrecht gefeiert. Schließlich sind noch zwei Sopranistinnen aus dem Lex-Althoff-Clan zu erwähnen, nämlich Christiane Linke, die auch bei deutschen Texten irgendwie britisch klang, und Laura Lex, die - nur vom Klavier begleitet - eine sehr schöne Interpretation des Traditionals "Sweet Little Jesus Boy" lieferte.

Bei soviel Aufmerksamkeit für die Gäste geriet der vereinigte Männerchor gelegentlich ein wenig an den Rand. Dabei waren es doch seit jeher die stimmungsvollen Klänge dieser Sängergemeinschaft, die die vorweihnachtliche Atmosphäre des zur Institution gewordenen Konzerts ausmachten. Und Titel wie "Bajuschki baju", "Friedensglocken" und das humorvoll eingedeutschte "Jingle Bells" taten auch diesmal ihre Wirkung. Nicht zu vergessen Manfred Kannens köstlicher Vortrag von Willy Hermes' Geschichte "Pä-eperkocks-Kä-erl".

Leider hinderte niemand die Lex-Familie daran, den zahlreichen Verkitschungen von Leonard Cohens "Hallelujah" noch eine weitere hinzuzufügen. Wer darunter gelitten hatte, erfuhr allerdings umgehend Trost, als Heinz Neumeyer "Die Bescherung" von Hanns-Dieter Hüsch vorlas. So konnte das Konzert mit dem großen Finale für alle einen frohen Ausklang finden.

Quelle: RP
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