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Krefeld
Schwarz-weiße Papierwelten im Kunstkeller

Krefeld. Der Kanadier Deeter Hastenteufel spielt ideenreich mit den Räumen an der Leyentalstraße.

Deeter Hastenteufel, kanadischer Künstler mit Schweizer Wurzeln und starker Bindung an seine Jugendliebe Krefeld, stellt im Kunst-Keller unter der Müllerei-Pensionskasse aus. "Natürlich liebe ich Farben - solange sie schwarz und weiß sind", soll Coco Chanel einmal auf eine Reporterfrage geantwortet haben, und diese Reduktion hat sich auch Hastenteufel auferlegt, wenn man von einer kleinen Serie nass in nass gemalter Aquarell-Miniaturen absieht.

Aus schwarzen und weißen Papierbögen hat er die Wand- und Bodenobjekte geschaffen, die unter dem Titel "Papyrus" zu sehen sind. Es gehört zum Konzept des Kunst-Kellers, dass der Künstler die Exponate im Keller selbst anfertigt, und Hastenteufel hat den Raum konsequenterweise in das "Gesamtbild" seiner Schau einbezogen. So kommt in einem großen, in mehreren schwarzen und weißen Schichten angelegten Wandobjekt den Teilflächen besondere Bedeutung zu, die hinter den jeweiligen Ausschnitten sichtbar werden, und das sind an mehreren Stellen auch die Kellerwand und die Schatten, die von den Schnittkanten auf sie geworfen werden. Im Geiste des antiken Dädalus, des brillanten Erfinders aus der kretischen Mythologie, sucht Hastenteufel, wie er es selbst beschreibt, stets nach neuen Möglichkeiten, Ideen und Träume zu visualisieren und zu manifestieren. "Dabei ist mir diesmal das Papiermesser zu dem geworden, was für den Maler der Pinsel ist." Zu Dädalus passen auch die Arbeiten, die sich einfallsreich mit dem Fliegen beschäftigen, ein wiederkehrendes Thema bei Hastenteufel, wie das Recyceln von Materialien. Ironie und bissiger Kommentar finden sich, wenn der von Umweltzerstörung und Krieg geschundene Planet Erde als rundum bandagierte Kugel gezeigt wird.

Eröffnung ist heute, 18 Uhr, im Kunst-Keller, Leyentalstraße 28 (Hofeingang). Zu sehen samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr bis zum 29. Mai.

(MoMe)
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