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Krefeld
Sinfoniker erzählen von Helden und Frauen

Krefeld: Sinfoniker erzählen von Helden und Frauen
Die Violinistin Liza Ferschtman gilt als Temperaments-Vulkan. Sie spielt Johannes Brahms' Violinkonzert D-Dur. FOTO: Marco Borggreve
Krefeld. Im Sinfoniekonzert geht es morgen um Strauss' "Heldenleben". Von Armin Kaumanns

Als Richard Strauss noch jung und knackig war, muss er sich wie ein Held vorgekommen sein. So Anfang 30, gerade von München nach Berlin aufgestiegen, frisch verheiratet und voller Schaffenskraft machte er als Wagner-Dirigent und Komponist Sinfonischer Dichtungen im Zentrum Preußens Furore. "Sein ,Heldenleben' trägt klare autobiografische Züge. Allein das kleine Violinkonzert im dritten Teil ist geradezu ein zärtlich-ironisches Porträt seiner kapriziösen, selbstbewussten Frau Pauline, die sich im Zwiegespräch mit dem in sich ruhenden Helden durchzusetzen weiß", sagt Generalmusikdirektor (GMD) Mihkel Kütson. Morgen und am Freitag steht "Ein Heldenleben" auf dem Programm des 6. Sinfoniekonzerts, neben Brahms' Violinkonzert. Da wird es auf der Bühne voll, im Saal fliegen den Zuhörern so manches Mal die Ohren weg. Und Kütson und sein Klangkörper dürfen schwelgen.

In Gruppen aufgeteilt haben Streicher, Holz und Blech sich Strauss' sechsteiliger Tondichtung genähert. "Der beste Gesamtklang entsteht, wenn die Instrumentengruppen in sich perfekt austariert sind", plaudert Kütson aus dem Nähkästchen der Orchestererziehung. Erst dann seien die äußerst weit gespannten klanglichen und dynamischen Facetten erreichbar, mit denen Strauss sein Künstlerleben zwischen Frauen und seinen Kritikern in Musik gegossen hat. "Mir kommt es vor, als habe er hier seine eigene Eroica geschrieben", sagt Kütson voller Hochachtung. Nebst Schlachtengemälde samt Trommeln und Trompeten. Am Ende steht des Helden Sieg, die lästigen Kritiker keckern nur mehr verhalten im Hintergrund.

Zweiter Teil des 6. Sinfoniekonzerts mit seinen vier Aufführungen in Mönchengladbach und Krefeld ist Brahms' Violinkonzert, das gegenüber Strauss sehr akademisch als absolute Musik daherkommt. Die niederländische Geigerin Liza Ferschtman gilt als Temperaments-Vulkan, Kütson spricht von der Mittdreißigerin als "spannende Persönlichkeit", die er zwar bislang noch nicht persönlich kennengelernt, wohl aber vor rund zehn Jahren schon einmal gehört hat. Die verschlungenen Wege, wie sie an den Niederrhein verpflichtet werden konnte, nennt er "ein Wunder". Beste Voraussetzungen also für eine lustvolle Zusammenarbeit, an der die Besucher der Sinfoniekonzerte ihre Freude haben sollen.

Quelle: RP
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