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Krefeld
Stadt will alte Feuerwache verkaufen

Krefeld: Stadt will alte Feuerwache verkaufen
Wohnen, Gastronomie, kleine Handwerksbetriebe - auch sportliche, soziale oder kulturelle Nutzungen hält die Verwaltung für die Gebäude der alten Feuerwache an der Florastraße und im Innenhof für denkbar. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Vor einem Bieterverfahren wird für die Gebäude und Flächen an der Florastraße auf Beschluss des Planungsausschusses ein Bebauungsplan erstellt. Auch für eine Erweiterung des Postfrachtzentrums wird ein B-Plan eingeleitet. Von Jochen Lenzen

Nach Aufgabe der in Teilen denkmalgeschützten alten Feuerwache will die Stadt das rund 6000 Quadratmeter umfassende Gelände im Block Florastraße, Freiligrathstraße, Viktoriaplatz und An der Elisabethkirche in einem Bieterverfahren verkaufen. Sie sieht die Chance, in diesem Gebiet städtebauliche, funktionale und strukturelle Defizite zu beheben. Deshalb stimmte der Planungsausschuss einstimmig der Einleitung des Bebauungsplans 800 zu.

Jürgen Wettingfeld (CDU) mahnte: "Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Denkmäler erhalten bleiben und einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden." Dabei handelt es sich um das 1908/09 errichtete Hauptgebäude, das Nachbarhaus Florastraße 68, der so genannte Steigerturm und die ehemalige, an der westlichen Grenze des Planungsgebiets gelegene ehemalige städtische Desinfektionsanstalt. Die Verwaltung schlägt vor, in den Feuerwehrgebäuden Wohnen, Gastronomie, nicht störende Handwerksbetriebe und Raum für freie Berufe vorzusehen. Auch kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Nutzungen seien dort denkbar. Einzelhandelsgeschäfte müssten sich auf maximal 400 Quadratmeter beschränken. Für den Innenhofbereich ist an eine maßvolle Bebauung gedacht.

Auf Nachfrage von Ursula Mende (Linke) erklärte Baudezernent Martin Linne, der Verkauf von städtischen Flächen, die nicht originär für städtische Zwecke gebraucht werden, sei Teil des Haushaltssicherungskonzepts und vom Rat beschlossen. Die Stadttochter Wohnstätte AG könne aber ins Bieterverfahren einsteigen. Jürgen Hengst (SPD) wies jedoch auf Aussagen von Wohnstätte-Geschäftsführer Thomas Siegert hin, nach denen die AG mit ihren Aktivitäten knapp an der Kapazitätsgrenze angekommen sei. Was in den Gebäuden und auf dem Gelände geschehen solle, könne man anhand von im Vorfeld des Bieterverfahrens bestimmten Kriterien und Vorgaben beeinflussen. Auch architektonische Szenarien könnten dort einfließen sagte Linne auf Nachfrage von Heidi Matthias (Grüne). Für die FDP warnte Joachim C. Heitmann mit Hinweis auf die Denkmäler davor, Anforderungen in einem Bietervefahren nicht zu überziehen; dortige Vorhaben müssten für Investoren wirtschaftlich vertretbar bleiben. In diesem Zusammenhang wies Linne darauf hin, dass Denkmäler "die beste legale Möglichkeit" seien, Steuern zu sparen. Mehrheitlich beschloss der Ausschuss auch die Einleitung eines Bebauungsplans für die Erweiterung des Postfrachtzentrums an der Anrather Straße. Das bestehende Zentrum ist eines der beiden umsatzstärksten Standorte in Deutschland. und braucht diese Erweiterungsmöglichkeit. Jürgen Wettingfeld zeigte Verständnis für die Sicht der Grünen, die dagegen stimmten, weil es dort an einer Bahnanbindung mangelt und zusätzliche Verkehre auf der Anrather Straße die Anwohner von Holterhöfe belasten würden.

Der Innenhof, der sich noch weiter nach rechts bis zur Zufahrt an der Ecke Florastraße und An der Elisabethkirche ausdehnt, könnte nach den Ideen maßvoll bebaut werden. FOTO: Strücken Lothar

Auch wies er auf das Problem hin, Flächen für nötige Ausgleichsmaßnahmen zu finden, da für jeden gefällten Baum zwei neue gepflanzt werden müssen. Martin Linne kündigte für die nächste Sitzung des Ausschusses am 28. Juni einen Referenten der Post an. Bei der Gelegenheit könnten insbesondere die verkehrlichen Folgen einer Erweiterung diskutiert werden.

Quelle: RP
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