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Krefeld
Start für "Freies W-Lan in der City"

Krefeld: Start für "Freies W-Lan in der City"
"Ich möchte Sie heute Abend begeistern und gewinnen", sagte Christoph Borgmann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, an die Adresse der Nicht-Mitglieder unter den knapp 100 Gästen im Schwanenmarkt. FOTO: Lammertz
Krefeld. Mitgliederzahl verdoppeln, niedrigere Einstiegsbeiträge, neue Krefeld App, frischer Wind für die Innenstadt: Die Werbegemeinschaft startet bei ihrer ersten öffentlichen Mitgliederversammlung eine Charme- und Ideenoffensive. Von Jens Voss

Nur zehn Prozent der in Krefeld ansässigen rund 500 Händler und Dienstleister sind Mitglieder der Werbegemeinschaft - der neue Vorsitzende Christoph Borgmann möchte das ändern: Bei der ersten öffentlichen Mitgliederversammlung gab er das Ziel aus, die Zahl der Mitglieder innerhalb von zwei Jahren von heute 52 auf mindestens 100 zu verdoppeln. "Ich möchte Sie heute Abend begeistern und gewinnen", sagte er dann auch an die Adresse der Nicht-Mitglieder unter den knapp 100 Gästen im Schwanenmarkt. Borgmanns Vorstandskollege Alexander Werner brachte das Ziel der Mitgliedschaft so auf den Punkt: "Darauf zu warten, dass die Stadt etwas für uns tut, ist müßig. Wir müssen selber etwas für die Stadt tun."

Das Programm des Abends sollte erklärtermaßen "kurz und knackig" (Borgmann) sein - und das war es. Die wichtigsten Themen:

Events

Die Werbegemeinschaft nimmt bei 52 Mitgliedern im Jahr 25.000 Euro an Mitgliedsbeiträgen ein; bei rund 9000 Euro Fixkosten bleiben 16.000 Euro für Events, die durch Sponsoren und Partner auf 100.000 Euro aufgestockt werden. Bei einer Verdoppelung der Mitgliederzahl würden die Mehreinnahmen in neue Events fließen können, erläuterte Borgmann weiter. Das erste Event des Jahres sei das Neujahrsshoppen am 3. Januar gewesen, das nächste folge am 5. Mai. "Dazwischen liegen fünf Monate, das reicht heute nicht mehr", sagte er.

Als besonders erfolgreich hat sich 2015 das Schnee-Opening des Tiroler Tourismusverbandes Kaiserwinkl entpuppt: Es hat unter anderem 800 Gäste von auswärts angezogen - auch dank der Kaiserwinkl-Werbung unter seinen Touristen. Das Event wird 2016 wiederholt - am 4./5. November.

Bürger- und Passantenbefragung Die Krefelder Innenstadt ist besser als ihr Ruf, und dieser Ruf verbessert sich langsam und kontinuierlich - das ist das Ergebnis der jüngsten Bürger- und Passantenbefragung. Im Kern ist es die freundliche Umschreibung für ein Imageproblem. Seit 1997 werden solche Befragungen alle zwei Jahre durchführt. Wie Christiane Gabbert vom Stadtmarketing erläuterte, kristallisieren sich in den jüngsten Befragungen zwei Gruppen heraus: Die unter 40-Jährigen, die regelmäßig die City nutzen, beurteilen die Innenstadt deutlich besser als die Über-40-Jährigen, die nur selten in der Stadt sind. In Noten: Passanten, die die City nutzen, geben ihr die Schulnote 2,81; Leute, die sie nur selten besuchen, geben ihr die Note 3,22.

Die "Top 5" für die Beurteilung der City sind Sauberkeit, Einkaufsmöglichkeiten, Optik, Erreichbarkeit und Gastronomie. Wichtig auch: Es gibt keinen messbaren "Minto"-Effekt. Das neue Mönchengladbacher Einkaufszentrum zieht Krefeld demnach keine Kunden ab. Und: Die Entscheidung von 2012, kein großes Einkaufszentrum in Krefeld zu bauen, hat messbar Investitionen in der Innenstadt freigesetzt.

Die Krefeld App

Die Stadtwerke Krefeld (SWK) gehen in Kürze mit einer kostenlosen "Krefeld App" an den Start. Die App soll Informationen über Events, lokale Nachrichten, Einkaufsmöglichkeiten und allerlei Service bieten, erläuterte SWK-Vorstand Carsten Liedtke. Der Clou: Wer sie auf sein Smartphone lädt, bekommt kostenlosen Zugang zu einem W-Lan-Netz in der City, das Zug um Zug aufgebaut werden soll. Start wird schon bald ein Hotspot an der Ostwall-Haltestelle sein; so schnell wie möglich soll die ganze City erfasst sein - dazu bedarf es allerdings der Unterstützung der Unternehmer in der City, erläuterte Liedtke.

Beiträge

Zu den ersten konkreten Maßnahmen Borgmanns gehört die Reform der Beiträge für Mitglieder der Werbegemeinschaft. Im Kern: Der Mindest-Jahresbeitrag wurde von 150 auf 100 Euro gesenkt, die Staffelung, die sich bis zu 3000 Euro jährlich erstreckt, so verändert, dass vor allem die Hürde für Gastronomen gesenkt wurde.

Bislang war ein wichtiges Kriterium für die Höhe des Beitrags das Personal. Dadurch wurden die personalintensiven Gastronomen übermäßig belastet.

Die neue Gebührenordnung wurde an dem Abend einstimmig angenommen.

Quelle: RP
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