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Krefeld
Theater hintenlinks - immer etwas anders

Krefeld: Theater hintenlinks - immer etwas anders
"Der singende Postbote" mit Anuschka Gutowski und am Akkordeon Ruslan Maximovski FOTO: DJ
Krefeld. Das Theater "hintenlinks" geht in die 12. Spielzeit. Im Vordergrund stehen erneut Stücke für Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene sollen erreicht werden. Ganz nach dem Motto "nah dran am Menschen" und nicht künstlerisch überhöht. Gleichzeitig wollen die Macher kritisch bleiben und mit ihren Stücken zum Nachdenken anstiften. Von Martin Heuchel

Das Ehepaar Peter und Anuschka Gutowski lebt Theater. Während sie als Frontfrau die schauspielerische Darbietung in vielen Stücken übernimmt und sich auch um die Umsetzung des Bühnenbilds kümmert, ist er verantwortlich für Dramaturgie und Organisation. Als Leiter im Theater "hintenlinks" müssen die beiden kreative Lösungen für die Krise finden, in dem sich das Medium Theater befinde. Ihr Lösungsansatz: Hinterhofcharakter verkörpern. "Kritisch sein, auch politisch werden und bewusst anecken, den Finger in die Wunde legen", erklärt Peter Gutowski. Die jungen Leute mit diesem Stil wieder zu erreichen, ist Ziel und Anspruch zugleich.

In der 12. Spielzeit, die in der kommenden Woche beginnt, warten die beiden mit einem abwechslungsreichen Programm auf. In "Manfred Krug: Mein schönes Leben" widmen sie sich zusammen mit Michael Grosse, dem Intendanten des Krefelder und Mönchengladbacher Stadttheaters, der Autobiografie des ostdeutschen Schauspielers Michael Krug. Im Mittelpunkt steht der ehemalige Tatortkommissars, der in seiner Kindheit mitten im Zweiten Weltkrieg durch ganz Deutschland reiste. Losgelöst vom Schauspieler zeichne das Buch ein eindringliches, nüchternes Bild der Kriegs- und Nachkriegszeit. Als "besonderen Kniff" bezeichnet Peter Gutowski die Rückblenden auf das Leben von Krugs Urgroßmutter, verkörpert von Anuschka Gutowski. Das Stück wird als Lesung, mit Grosse in der Rolle des Autobiografen Krug, in einem szenischen Bühnenbild gespielt, musikalisch untermalt vom Akkordeonspieler Ruslan Maximovski.

Das Stück "Hilde, der Baum brennt" nimmt der Weihnachtsalltag von Patchworkfamilien unter die Lupe. Die Weihnachtssatire dreht sich um ein altes Ehepaar, das an den Feiertagen von der Familie allein gelassen wird. Da Hilde aber ein absoluter "Weihnachtsfreak" ist, schlüpft ihr Ehemann in Dinner-for-one-Manier in die Rollen aller Familienmitglieder. Der Tenor: Weihnachten ist kein Spaß.

Mit dem Stück "Der singende Postboote" begeben sich die Macher auf Neuland und versuchen, das Kinderstück per Crowdfunding zu finanzieren. Viele Kindergärten könnten die Finanzierung des Auftritts nicht stemmen, für lau könne man aber auch nicht auftreten. Beginn der Sammelaktion auf www.startnext.com ist der 15. September, als Anreiz gebe es "kleine Dankeschöns" fürs Spenden, so Anuschka Gutowski. Das Stück ist interaktiv als "Kindermitmachtheater" gestaltet - mit musikalischem Einschlag. Wird das Spendenziel von 2000 Euro nicht erreicht, erhalten alle Spender ihre Beträge zurück.

Als Jugendtheaterstück haben die Gutowskis die Bücher "Der kleine Prinz" und "Durst" von Antoine de Saint-Exupéry aufbereitet. Das Stück, das den Überlebenskampf der Hauptfigur beleuchtet, ist auf Schüler ab der 9. Klasse zugeschnitten. Peter Gutowski wollte dabei den "humanistischen Anspruch" des Autors betonen, der bei den Versionen, die auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten sind, meist unter den Tisch falle. Auch das gesellschaftskritische Stück "Budenzauber" bleibt im Programm enthalten.

Termine und Preise sind dem Programm auf der Website www.theaterhintenlinks.de und Flyern zu entnehmen. Tickets gibt's unter der Hotline 02151602188 oder per E-Mail tickets@theaterhintenlinks.de

Quelle: RP
 
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