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Gefahr für Kinder
Unbekannte sägen Balken auf Spielplatz in Krefeld an

Gefahr für Kinder: Unbekannte sägen Balken auf Spielplatz in Krefeld an
Unbekannte haben den Balancierbalken auf dem Spielplatz Holterhöfe angesägt. Der Bürgerverein hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. FOTO: Lammertz Thomas
Unbekannte haben einen Balancierbalken für kleine Kinder auf dem Spielplatz Holterhöfe in Krefeld angesägt. Für die rund 70 Kinder, die in dem Wohngebiet leben und regelmäßig den Spielplatz nutzen, hätte die Attacke tödlich enden können. Die Stadt baut die Anlage nun ab, die Polizei ermittelt. Von Joachim Niessen, Krefeld

Es ist ein feiger Anschlag gegen die Kinder des Spielplatzes Holterhöfe: Unbekannte haben den Balancierbalken eines Spielgeräts für die Kleinsten angesägt. "Hierbei handelt es sich nicht um einen sogenannten Dummer-Jungen-Streich. Im schlimmsten Fall hätte der Balken durchbrechen und sich eines der Kinder lebensgefährlich oder gar tödlich verletzen können", sagt Anwohner Guido Meyer-Mangold. Die Polizei ist eingeschaltet. Strafrechtlich handelt es sich um eine "gemeinschädliche Sachbeschädigung". "Wenn jemand verletzt worden wäre, läge eine vorsätzliche Körperverletzung vor", so Oberstaatsanwalt Axel Stahl, der mit Blick auf den Vorfall von einer "besonderen Schäbigkeit" sprach.

Meyer-Mangold - selbst vierfacher Großvater - hatte bei einem seiner Kontrollgänge am Sonntagabend den Spalt in dem quadratischen etwa 15 Zentimeter breiten Holzbalken entdeckt. Meyer-Mangold: "Besonders gemein ist, dass der Balken auch von unten angesägt wurde. Das ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen." Der 67-Jährige arbeitet aktiv im 200 Mitglieder starken Bürgerverein Holterhöfe mit, der sich um die Pflege des städtischen Spielplatzes kümmert. Der Verein hat die Stadtverwaltung informiert und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Willi Dülks (links) und Guido Meyer-Mangold vom Bürgerverein Holterhöfe knien vor dem zerstörten Spielgerät. FOTO: Lammertz

Rutsche wird in der Sonne zu heiß

Der etwa 5000 Quadratmeter große Spielplatz liegt mitten in dem gepflegten Wohngebiet. Meyer-Mangold lebt dort seit 40 Jahren, schon seine Kinder haben den Spielplatz genutzt. "Der demografische Wandel hat sich hier auch bemerkbar gemacht, viele jüngere Familien sind in den vergangenen Jahren hierhin gezogen." Der Bürgerverein begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich und bemüht sich seit Jahren ehrenamtlich, den städtischen Spielplatz zu erhalten und zu pflegen. So musste im vergangenen Herbst der alte Kletter- und Rutschenturm wegen Baufälligkeit entfernt werden. Der Verein besorgte eine neue Edelstahlrutsche, die von der Stadt im Frühjahr installiert wurde. "Leider wurde diese falsch aufgebaut. Die Sonne scheint jetzt auf die Rutschfläche, diese wird dann so heiß, dass die Kinder sie nicht nutzen können", so der ehemalige Banker.

Rund 60 bis 70 Kinder bis zu zehn Jahren, die im Viertel leben, sind regelmäßig auf dem Spielplatz, auf dem neben der Rutsche und dem etwa 40 Zentimeter hohen Balancierbalken auch eine Wippe und eine Doppelschaukel stehen. Der Verein pflegt sowohl die Geräte als die Anlage. In den vergangenen Wochen wurden auf dem Gelände mehrere hundert Quadratmeter Dornen und Gestrüpp entfernt, der Eingangsbereich neu gestaltet und rund acht Tonnen Sand um die Geräte verteilt. Tische und Bänke haben die Mitglieder aufgestellt, die Müllentsorgung übernehmen sie ebenfalls.

600 Euro für neuen Schwebebalken

Und es gibt weitere Pläne: So ist ein kleines Fußballtor vorsehen, über eine Bouleanlage ist ebenfalls mit der Verwaltung gesprochen worden. Doch nicht alle Anwohner sehen den Spielplatz positiv. "Manchem ist er ein Dorn im Auge", beschreibt Meyer-Mangold die Situation. Mit Blick auf den "Säge-Anschlag" will er niemandem unmittelbar etwas unterstellen: "Doch ohne Geräte, gibt es auch keinen Spielplatz." Rund 600 Euro würde die Neuanschaffung des zerstörten Balkens kosten. "Geld, das die Stadt uns nicht zur Verfügung stellt", weiß der 67-Jährige.

Die Stadtverwaltung teilte dem Verein gestern mit, dass das defekte Teil sofort entfernt werde. Ersatz gibt es nicht. Und wann die Rutsche "gedreht" wird, kann ebenfalls niemand mit Gewissheit sagen. "Das heißt, die Kinder haben jetzt nur noch die Wippe und die Schaukeln", sagt Willi Dülks, Schatzmeister des Bürgervereins Holterhöfe: "Doch wir werden uns weiter für den Erhalt des Spielplatzes einsetzen."

Quelle: RP
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