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Krefeld
"Vera Beckers" verabschiedet Schulleiterin

Krefeld: "Vera Beckers" verabschiedet Schulleiterin
Hedwig Schomacher zwischen ihrem Mann, Gerhard Ackermann - vormaliger Leiter des Fachbereichs Jugendhilfe - und Oberbürgermeister Frank Meyer, der die langjährige Schulleiterin als "liberalen Freigeist" bezeichnete. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Hedwig Schomacher hat das Berufskolleg an der Girmesgath vor der Auflösung bewahrt und der Schule ein klares Profil verliehen. Während ihrer 24-jährigen Amtszeit steig die Schülerzahl von 900 auf rund 3000. Von Otmar Sprothen

Auf die Frage, was sie denn im Ruhestand vorhabe, lässt sich Hedwig Schomacher nicht in die Karten schauen: "Jetzt mach ich Freizeit!" erwidert die Schulleiterin des Vera-Beckers-Berufskollegs vor ihrer offiziellen Verabschiedung in der vollbesetzten Aula der Kaufmannschule.

Als Schomacher vor gut 24 Jahren die Leitung übernahm, hatte die Schule gerade mal 900 Schüler und die Stadt plante die Auflösung. Energisch widersetzte sich Schomacher diesen Plänen. Es gelang ihr, mit vielen Projekten und neuen Ausbildungsbereichen, der Schule ein klares Profil zu verleihen. "Diese Schule arbeitet nahe am Puls der Wirklichkeit", lobte Oberbürgermeister Frank Meyer in seiner Ansprache. Der OB hob den besonderen Einsatz für benachteiligte Schüler hervor, die am Vera-Beckers-Berufskolleg noch einmal eine Chance erhielten, die viele von ihnen nutzen. Unter Schomachers Leitung wurde das vielseitige und innovative Vera-Beckers-Berufskolleg zweimal mit dem mit 15000 Euro dotierten Entwicklungspreis "Gute gesunde Schule" ausgezeichnet.

Hedwig Schomachers Werdegang hängt eng mit Meyers Kurzbeschreibung als einem "liberalen Freigeist" zusammen. Wenn andere die anhaltenden Veränderungen von Schule beklagen würden, beklage Schomacher, dass sich Schule noch zu wenig verändere. Die scheidende Schulleiterin hatte als Jüngstes von elf Kindern einer Landwirtsfamilie in der Umgebung Beckum schon früh gelernt, sich zu behaupten. Diese Eigenschaft bewährte sich, als sie auf ein von Jungen dominiertes altsprachliches Gymnasium kam. Sie schaffte es, als erstes Mädchen mehrmals ins Klassenbuch eingetragen zu werden, eine "Ehre", die bislang nur Jungen vorbehalten war.

Für die Düsseldorfer Bezirksregierung lobte Regierungsschuldirektorin Christina Hüsing die "engagierte streitbare Kollegin." Die langjährige "Brieffreundschaft" mit der Bezirksregierung werfe ein Schlaglicht auf Schomachers Tatendrang.

Die engagierte Pädagogin bedankte sich für das vielfältige Lob, das ihr auch von dem Hausherrn der Kaufmannschule und Sprecher der Krefelder Berufskollegs, Hilmar von Zeidlitz-Neukirch, entgegengebracht wurde, und bei ihrem hochmotivierten Kollegium, das sich gegenseitig durch die Bildung von Kleinstrukturen stütze. Sie streifte verschiedene schulische Alltagssituationen, in denen der Leiterin Recht gegeben wurde, sie sich aber letztlich korrigieren musste. Ihr sei wichtiger, sagte Schomacher, "dass die Schule ihren Schülern eine Lebensbasis biete". Lehrermangel und ein gewaltiger Anstieg der Verwaltungsarbeit hätten es ihr in den letzten sieben Jahren versagt zu unterrichten. Verlässliche duale Partner würden im schulischen Alltag als Ausgleich immer wichtiger.

Schomachers Stellvertreter wird die Leitung der Schule weiterführen. Er wird den 100. Geburtstag der früheren "Hauswirtschaftlichen Mädchenfortbildungsschule" gestalten, die sich unter Hedwig Schomachers Leitung zu Krefelds größtem Berufskolleg mit 200 Lehrkräften und 3000 Schülern entwickelt hatte.

Quelle: RP
 
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