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Krefeld
Vorwürfe gegen Peta: Tierschützer bedrängen Eltern am Ponykarussell

Krefeld: Vorwürfe gegen Peta: Tierschützer bedrängen Eltern am Ponykarussell
Ponykarussell-Betreiber Stefan Kaiser im modernen offenen Unterstand. In den anliegenden Ställen stehen weitere Tiere . FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Tierschützer haben vor dem Ponykarussell auf der Kirmes demonstriert und Eltern verschreckt. Von Bärbel Kleinelsen

Eine Demonstration von Tierschützern vor dem Ponykarussell auf der Kirmes sorgt bis heute für Unmut bei den Kirmesbesuchern. Am Sonntag hatten Peta-Aktivisten bei einer angemeldeten Demonstration lautstark auf das vermeintliche Leid der Kirmes-Ponys aufmerksam gemacht. Drei Stunden lang riefen sie Parolen und verteilten Flugzettel an die Besucher. Stefan Kaiser, Betreiber des Ponykarussells, erinnert sich: "Die Demonstranten standen mit einem Banner direkt vor unserer Reitbahn. Eltern mit Kindern mussten sich daran vorbeischieben, um zur Kasse zu kommen. In einem Fall wurde eine Mutter mit Kinderwagen sogar angerempelt."

Michael Behneke hat eine ähnliche Schilderung von seiner Frau gehört, die am Sonntag mit Tochter Maja auf der Kirmes war. "Meine Tochter wollte unbedingt Ponyreiten, aber meine Frau hat sich nicht getraut, zur Kasse zu gehen. Deswegen bin ich heute mit Maja noch mal gekommen." Ein Problem mit der Haltung der Tiere sieht der Familienvater nicht.

Bei der Arbeit: Brav traben die Ponys auf der Kirmes im Kreis. Maja (7) freut sich darüber. FOTO: Thomas Lammertz

Stefan Kaiser kann die Kritik der Tierschützer nicht nachvollziehen. "Jeder kann sich von der Haltung unserer Tiere selbst ein Bild machen und hinter die Kulissen schauen. Wir haben nichts zu verbergen." 13 Ponys der Familie Kaiser sind aktuell am Sprödentalplatz. Bis zu sieben Tiere laufen im Rondell, bis zu sechs Stunden am Tag - mit den vorgeschriebenen Pausen. "Ich achte darauf, dass die Tiere sich farblich unterscheiden, damit die Kunden sehen, dass wir regelmäßig wechseln und die Ponys ihre Pausen bekommen." Für die Tiere, die von klein auf an Jahrmärkte gewöhnt seien, sei das Rundenlaufen Arbeit, die sie durchaus gern machen würden. "Tiere, die das nicht machen wollen, können wir auch nicht gebrauchen. Schließlich müssen die Ponys entspannt sein im Umgang mit Kindern. Das muss man sich ähnlich vorstellen wie bei einer Ausbildung zu einem Polizeipferd. Da kommt auch nicht jedes Tier infrage." Der 45-Jährige ist mit Pferden aufgewachsen und hat sich bereits als Kind mit seinen sieben Brüdern um die Reittiere gekümmert.

Die Demonstranten klagen generell Betreiber von Ponykarussells an. Auf Facebook schreibt die Organisatorin der Demo: "Die Tiere in Ponykarussells wirken traurig und teilnahmslos. Sie führen kein artgerechtes Leben, das ihren Bedürfnissen entspricht. Ihr Leben besteht statt dessen aus Monotonie und Schmerzen." Vor Ort bestätigt sich dieser Eindruck nicht. Alle Tiere sind aufgeweckt und neugierig. Sie haben einen hochwertigen mobilen Stall mit einem speziellen Gummiboden, der die Hufe schont. Die Ponys können sich unterstellen oder den Auslauf nutzen und über die Wiese galoppieren.

Freizeit: In den Pausen nutzen die Tiere den Auslauf im hinteren Bereich und galoppieren über die Wiese. FOTO: Lammertz Thomas

Kritik an ihrer Demonstration weisen die Tierschützer auf Facebook zurück und schildern die Situation aus ihrer Sicht: "Zehn Aktivisten standen unmittelbar an der Reitbahn, so dass der Zugang vollkommen ungehindert blieb, wir anderen stellten uns gegenüber auf. Der Zugang zum hinter uns befindlichen Popcorn-Wagen und des danebenliegenden Betriebes war ebenfalls zu jeder Zeit frei." Allerdings fühlten sie sich ihrerseits durch eine Gruppe Männer bedrängt und seien angepöbelt worden. "Wir wurden geschubst und eine Frau fiel hin. Ich selbst wurde zweimal geschubst und als ,Schlampe', sowie mit schlimmeren frauenfeindlichen Worten beschimpft", heißt es im Internet.

Sechs Polizisten begleiteten die ordnungsgemäß angemeldete Demonstration der rund 45 Tierschützer. Aus ihrer Sicht ereignete sich an diesem Sonntag nichts Ungewöhnliches. Auf RP-Anfrage antwortete eine Polizeisprecherin: "Im Laufe der Versammlung mag es aus Sicht der Betroffenen zu Beeinträchtigungen gekommen sein. Es gab dabei aber keine gefährlichen oder strafrechtlich relevanten Aktivitäten. Insgesamt verlief die Versammlung störungsfrei." Auch die Aussage, dass eine Mutter geschubst worden sei, kann die Polizei so nicht bestätigen. "Die Teilnehmer haben die Auflagen beachtet. Dass Besucher ,angegangen wurden', haben weder Polizeibeamte beobachtet, noch sind sie um Hilfe gebeten worden."

Quelle: RP
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