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Krefeld
Was die Heilige Kommunion wirklich bedeutet

Krefeld. BOCKUM In diesen Tagen feiern viele Kinder die erste Heilige Kommunion. Wir baten Pastor Teut von Herz Jesu zu erläutern, was im Kern in der Messe geschieht - in seiner Kirche wie in allen, in denen die erste Heilige Kommunion begangen wird.

Einzug In Gottesdiensten ist alles Geschehen auch Bild und Abbild. Wenn die Kommunionkinder mit Messdienern und Pfarrer in die Kirche einziehen, kommen sie nicht einfach nur deshalb geordnet rein, weil es praktischer ist, als wenn jeder für sich in die Kirche stürmen würde. Der Einzug konzentriert und bündelt die Aufmerksamkeit aller; er bildet den Schritt der Kinder in die Gemeinschaft der Gemeinde ab - und er ist Bewegung hin auf den Altar und das Abbild Christi. Schon der Einzug sagt somit, um wen es nun in der Messe gehen wird.

Tauferneuerung

Die Kinder sammeln sich um den Altar und schlagen den Bogen zum zentralen Heilsgeschehen am Anfang ihres Lebens: der Taufe. Das Glaubensbekenntnis wird gesprochen; die Kinder antworten jeweils mit "Amen, wir glauben". Auch dieses Geschehen ist ein Abbild, in dem das ganze Drama der Offenbarung von allem Anfang erzählt wird: Der Mensch antwortet auf den Ruf und das Handeln Gottes.

Wortgottesdienst

Der nächste Teil der Messe ist der Verkündigung gewidmet, dem Verstehen des Wortes Gottes: Kyrie, Gloria, Gebet, Lesung (eine Passage aus der Bibel), Hören des Evangeliums (eine Passage aus einem der vier Evangelien), Predigt. Seit dem Reformkonzil, dem Zweiten Vatikanum, kommt der Predigt eine gewichtige Rolle zu; "vorher führte sie eher ein Schattendasein", sagt Pastor Teut.

Die Mahlfeier

In der Eucharistie verdichtet sich das Geschehen im Gottesdienst. Weihe und Wandlung (Konsekration) von Brot und Wein zu Blut und Leib Christi sind pures Heilsgeschehen: Christus ist gegenwärtig und gibt sich erneut dem Menschen hin. Dass die Kinder auf diesen Moment im Kommunionunterricht vorbereitet werden, ist wiederum Abbild für das Ganze der Heilsgeschichte: Der Mensch lernt zu hören und antwortet auf die Offenbarung Gottes. Beides soll auch im liturgischen Geschehen sichtbar werden: die Gegenwart Christi in der Wandlung; die Antwort der Gemeinde in der Annahme der Hostie. Während der Wandlung wird das Hochgebet gesprochen, "das wichtigste Gebet", so Teut: Es enthält die Einsetzungsworte, mit denen Jesus beim letzten Mahl mit seinen Jüngern vor seinem Leidensweg Brot und Wein ausgeteilt hat. Jedes Detail der Liturgie ist mit Bedeutung aufgeladen: In den Wein kommt stets ein Tropfen Wasser - als Zeichen, dass Gott Mensch geworden ist.

Der Tabernakel - und Schluss

Auch das Ende der Eucharistiefeier ist Abbild: Die Säuberung des Kelches durch den Pfarrer ist eine Geste der Ehrfurcht vor dem, was gerade geschehen ist. Die geweihten Hostien werden im Tabernakel (auf dem Foto verdeckt durch das Kreuz) verschlossen - Ausdruck des Glaubens und tätiges Bekenntnis, dass die Wandlung und die Gegenwart Christi reales, unverlierbares Geschehen waren und nicht nur ein Zeichen zur Erinnerung an Jesus (wie bei einem Foto, bei dem die Person, an die man sich erinnert, ja auch nicht anwesend ist).

Die Messe neigt sich dem Ende zu; der Schlusssegen "Geht hin in Frieden" ist im Ursprung ein Auftrag: "Ite, missa est", gehet hin, ihr seid gesandt. Das Ende der Messe ist so in Wahrheit ein Anfang: nämlich draußen zu erzählen, was drinnen in der Kirche geschehen ist.

Quelle: RP
 
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