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Krefeld
Windhose zerstört Trödelmarkt-Stände

Windhose auf dem Sprödental-Flohmarkt in Krefeld
Windhose auf dem Sprödental-Flohmarkt in Krefeld FOTO: Johannes Dahms
Krefeld. Geschockte Händler und Besucher erlebten am Samstag auf dem Sprödentalplatz ein stürmisches Wetterphänomen: Ein sogenannter "Staubteufel" hob schwere Wagen an und wehte Gegenstände in Bäume. Eine Person wurde verletzt. Von Carola Puvogel und Jens Voss

Eine Windhose hat am Samstag gegen 16 Uhr auf dem Sprödentalplatz auf dem Trödelmarkt eine Spur der Verwüstung gezogen. Sie bewegte sich parallel zur Sprödentalstraße in Richtung Uerdinger Straße. Mindestens eine Person wurde leicht verletzt. Einige Gegenstände - darunter ein Zelt mit Gestänge - mussten von der Feuerwehr aus den zehn, zwölf Meter hohen Kronen der Bäume an der Sprödentalstraße geholt werden. Was gemeinhin "Windhose" genannt wird, war wohl korrekt ein sogenannter "Staubteufel", der sich durch starke Sonneneinstrahlung bildet. Windhosen hingegen sind meteorologisch gesehen Tornados, die mit Luftdruckzuständen am Himmel zu tun haben und meist mit Gewittern einhergehen.

Ahmad el Rayes gehört zu den Hauptbetroffenen der Windhose. Sein Anhänger wurde umgeworfen und schwer beschädigt, seine Tochter verletzt. Der Schrecken stand ihm gut eine Stunde später noch ins Gesicht geschrieben. "Gott sei Dank ist niemandem etwas Ernstes passiert. Wenn jemand direkt neben dem Hänger gestanden hätte und von ihm voll getroffen worden wäre, weiß ich nicht, was geschehen wäre", sagte er. Seine 18-jährige Tochter hat der Hänger gestreift; sie hat Schmerzen am Rücken und in der Hand und nach Lage der Dinge Glück im Unglück gehabt. "Die Windhose hat den Hänger angehoben und dann umgeworfen", berichtete el Rayes, der an der Rheinstraße das Geschäft "Game over" betreibt. Sein Hänger für den Trödelmarkt war mit Waren rund 500 Kilogramm schwer, schätzte Ali Waskhan, der zur Familie gehört und beim Aufräumen mit anpackte. Waskhan berichtete, dass es auch im vergangenen Jahr auf dem Platz im Juni ein solches Windphänomen gegeben habe, aber bei weitem nicht so schlimm und so stark wie in diesem Jahr.

Der stürmische Wind wehte Tische um, blies Tüten und Papier über das Gelände. FOTO: vo + cpu

Auch Hubert Podolski, der zufällig als Gast über den Trödelmarkt gebummelt war, stand noch unter dem Eindruck dessen, was er gerade erlebt hatte. "Es war Wahnsinn, so etwas habe ich noch nie gesehen", berichtete er. "Es ging alles sekundenschnell. Plötzlich gab es eine so heftige Windhose, so dass Gegenstände linksdrehend 40, 50 Meter in die Höhe gewirbelt wurden."

Zu den Betroffenen gehört auch Monika Janssen: Ihr Zelt zur Präsentation von Waren ist von dem Wind zerlegt worden und samt Gestänge zehn, zwölf Meter hoch in die Krone eines Baumes gewirbelt worden. Die Feuerwehr hatte die Reste aus der Krone geborgen - das letzte geborgene Stück von Janssen war eine Tasche, die per Drehleiter aus dem Geäst geholt wurde.

Das Zelt von Monika Janssen wurde in die Krone eines Baumes an der Sprödentalstraße geweht. Wehrleute mussten es per Drehleiter herabholen. FOTO: cpu

Die Spur der Verwüstung war eng begrenzt. Die Windhose zog parallel zur Sprödentalstraße in Richtung Uerdinger Straße; die Leute am anderen Ende des Platzes zur Grenzstraße hin haben von dem kleinen Drama ein paar hundert Meter weiter nichts mitbekommen. Auch Jörg Barth, ein Stand-Nachbar der Familie el Rayes, hatte Glück: Sein Stand lag keine fünf Meter neben dem Hänger von el Rayes und bliebt unversehrt. "Wir sind durch Schreie aufmerksam geworden", berichtete er, "einige haben sich sofort ins Auto geflüchtet, andere wollten ihre Sachen festhalten, aber da hatte man keine Chance."

Quelle: RP
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