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Krefeld
"Wir sagen Tschö" - Horst Mevißen geht

Krefeld: "Wir sagen Tschö" - Horst Mevißen geht
Die Cheerleader der Grotenburgschule empfingen ihren Rektor Horst Mevißen bereits auf dem Schulhof. Die Mädels eröffneten temperamentvoll das Programm zur offiziellen Verabschiedung des langjährigen Schulleiters, der insgesamt 43 Jahre im Schuldienst war. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Nach 22 Jahren als Rektor der Grotenburgschule geht der gebürtige Krefelder mit Ferienbeginn in den Ruhestand. Von Bärbel Kleinelsen

Was jetzt kommt, ist neu für Horst Mevißen, den langjährigen Leiter der Grundschule an der Eichendorffstraße, kurz Grotenburgschule genannt. Wenn die Sommerferien beginnen, endet für den Rektor eine Ära. Nach 42 Jahren im Schuldienst, davon 22 Jahre als Schulrektor, muss er eine neue, ausfüllende Tätigkeit finden - und zwar außerhalb einer Schule, in der er, wie Personalratsvorsitzende Ulrike Vermeulen-Deimen vorrechnete, Zweidrittel seines Lebens verbrachte, erst als Schüler, dann als Lehramtsstudent und seit seinem 23. Lebensjahr als Lehrer. Seit gestern ist diese Zeit nun offiziell vorbei. Mit stimmungsvollen, witzigen und vor allem musikalischen Darbietungen verabschiedeten Schüler, Lehrer, Eltern und Kollegen Horst Mevißen in den Ruhestand.

Oberbürgermeister Frank Meyer lobte den gebürtigen Krefelder als "ruhenden Pol, der eine lebendige Schulgemeinschaft geschaffen habe." Mevißen selbst sieht das bescheidener. "Schule ist Teamarbeit. Nur im Team kann man etwas erreichen. Erfolge sind nie Sache von nur einer Person."

Zum Team der Grotenburgschule gehören außer dem Rektor ansonsten nur Frauen. "Das ist schon witzig, wenn man bedenkt, dass Sie, lieber Herr Mevißen, früher am Arndt-Gymnasium waren, einer reinen Jungenschule", erzählte Meyer und meinte weiter, die Grotenburgschule sei so etwas wie ein Lebenswerk. Ein sehr lebendiges zudem, wie die Schüler aller Klassen in ihren Aufführungen bewiesen. Mit viel Witz und gekonnten Show-Einlagen begeisterten die Grundschüler das Publikum.

Überhaupt wurde selten so viel gesungen wie bei dieser Verabschiedung. Nicht nur die Schüler, auch ihre Lehrerinnen und sogar Schulleiterkollegen stimmten Lieder an. Fördervereinsvorsitzender Alexander Tappert, als Schlagersänger bekannt unter seinem Künstlernamen Aleks Schmidt, griff natürlich ebenfalls zum Mikro. Unter erschwerten Bedingungen allerdings, denn der Profi hatte keine Gelegenheit, den Auftritt vorher zu proben. Der Grund: "Herr Mevißen stand seit 8.15 Uhr in der Turnhalle und hat geguckt, dass alles läuft." Gelächter im Publikum. Der extra für diesen Anlass getextete Song "Wir sagen Tschö" kam trotzdem gut an.

Schulamtsdirektorin Marita Koblenz-Lüschow provozierte gut gelaunt mit der Frage: "Warum müssen Sie eigentlich aufhören? Es gibt durchaus die Möglichkeit zu verlängern." Darauf ließ sich der scheidende Rektor nicht ein. Er bedankte sich in einer sehr ausführlichen Rede ("das kennt man ja von mir") und sagte: "Ich bin gerührt. Das ging ganz, ganz tief unter die Haut."

Quelle: RP
 
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