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Kreis Heinsberg
Angehörige leisten Unschätzbares in der Pflege

Kreis Heinsberg: Angehörige leisten Unschätzbares in der Pflege
In der Klosterkirche Braunsrath wurden pflegende Angehörige, die Ordensschwestern von Maria Lind und Staatssekretär Karl-Josef Laumann mit dem "Goldenen Pflegeherz" ausgezeichnet. FOTO: ewl
Kreis Heinsberg. Der Verbund "Starke Partner" dankte besonders engagierten pflegenden Angehörigen mit dem "Goldenen Pflegeherz". Von Eva Weingärtner

Es war ein besonderer und würdiger Moment. Zehn Menschen, darunter Staatssekretär Karl-Josef Laumann, wurde stellvertretend für die vielen pflegenden Angehörigen, Kinder, Ehepartner und Eltern und Ehrenamtlichen sowie Mitarbeiter der Pflege das Goldene Pflegeherz vom Verbund "Starke Partner - Pflegenetz im Kreis Heinsberg" in der Klosterkirche Maria Lind in Braunsrath verliehen. Das Besondere war, dass die Laudatio durch Angehörige oder Kollegen erfolgte, die emotional und sehr persönlich sich für den Einsatz in der Pflege bedankten.

Es war die zweite Verleihung, zu der der Verbund "Starke Partner - Pflegenetz" eingeladen hatte, um ein Zeichen der Anerkennung und Würdigung für die Pflegenden zu setzen. Und wie im Jahr zuvor hatte es zu Beginn einen ökumenischen Gottesdienst gegeben. Das bestimmende Symbol des Tages sei das Pflegeherz, hatte es darin geheißen. Ganz klassisch stehe das Herz für die Liebe. "Mit Liebe und Herz einen Menschen aufrichten, der selbst nicht dazu in der Lage ist", sei der Leitgedanke.

Dies betonte auch Marion Peters, Abteilungsleiterin Gesundheit und Pflege des Caritasverbandes für die Region Heinsberg. Sie begrüßte in Namen der "Starken Partner" die rund 100 Gäste. Im Jahr 2006 sei der Verbund gegründet worden. Seitdem sei man unterwegs als Dienstleister rund um das Thema Pflege. Die demografische Entwicklung führe zu einer immer älter werdenden Gesellschaft, sagte Peters. Die Pflege und Betreuung werde zukünftig immer mehr Raum einnehmen. Der größte Pflegedienst bundesweit würden weiterhin die pflegenden Angehörigen bleiben, erklärte Peters. Mit Stand zum 31. Dezember 2013 habe es im Kreis Heinsberg 10.030 pflegebedürftige Menschen gegeben, von denen 7552 Menschen Zuhause gepflegt wurden, wobei 5559 Angehörige selbst die tägliche Pflege übernommen hätten.

"Sie als Pflegende leiten tagtäglich verantwortungsvolle und nervenaufreibende Arbeit, wo sie mitunter an ihre Grenzen kommen", sagte Peters. Dem gebühre Anerkennung. Aber auch die, die in der Pflege arbeiten würden sowie die jungen Menschen, die sich für den Pflegeberuf entscheiden würden, bräuchten Wertschätzung. Sie alle würden eine wichtige Aufgabe für und an der Gesellschaft leisten. Diese Berufung wolle man nun ins Rampenlicht rücken und stellvertretend für Millionen von Pflegenden einige wenige auserwählte Personen auszeichnen.

Das goldene Pflegeherz erhielt Elfi Feld für ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Franziskusheim Geilenkirchen. Eleonore Marohn bekam es für die jahrelange Betreuung und Pflege ihrer schwerstkranken Tochter und Gerti Knorr für ihr über 20 Jahre langes ehrenamtliches Engagement im Seniorenzentrum Lambertus. Rita Steinforth wurde für die jahrelange Pflege ihres verstorbenen Vaters, ihrer verstorbenen Mutter und ihres verstorbenen Ehemannes und ihre Mithilfe bei Pflegetätigkeiten gewürdigt. Geehrt wurden auch Stefan Schmidt für die täglichen Besuche bei seiner Mutter, die Betreuung seiner Tante und deren behinderter Tochter, Margret Kinkartz für die Pflege des schwer geistig- und körperbehinderten 41-jährigen Sohnes, Christa Paul für die Pflege des Ehemannes und Karl-Heinz Jürissen für die Pflege des Sohns Oliver, der bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurde. Auch die Ordensschwestern des Klarissenklosters Maria Lind erhielten ein Pflegeherz für ihre Sorge um alte und pflegebedürftige Mitschwestern. Das letzte Pflegeherz bekam Karl-Josef Laumann, Staatssekretär des Gesundheitsministeriums, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bundesregierung, weil er sich seit vielen Jahren für bessere Rahmenbedingungen rund um die Pflege einsetze.

Laumann ergriff am Ende das Wort. Er sagte, dass es trotz aller Professionalität in der Pflege nicht ohne die Familie und Barmherzigkeit gehe. Er bezeichnete es als größte Herausforderung in der Gesellschaft, mehr Menschen zu finden, die sich um pflegebedürftige Menschen kümmern und plädierte für den Ausbau der Tagespflege.

Quelle: RP
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