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Hückelhoven
Strukturwandel bleibt in Fahrt
Hückelhoven: Strukturwandel bleibt in Fahrt
Pfingstmontag wurde die Beleuchtung der Millicher Halde angeschaltet. FOTO: RPO
Hückelhoven. Mit der Brikettfabrik schloss sich ein weiteres Kapitel der Bergbaugeschichte in der ehemaligen Zechenstadt. Hückelhoven setzt weiter auf die erfolgreiche Entwicklung zur modernen Einkaufsstadt. Dabei will man aber nicht den „Wohlfühlfaktor“ der Bürger aus den Augen verlieren. Von Stefan Claassen

Fast hätte man sagen können, das Jahr 2008 ging für Hückelhoven mit einem lauten Knall zu Ende – aber nur fast: Es war nämlich erste der 27. November, als der Schornstein der ehemaligen Brikettfabrik gesprengt wurde. Damit ging nach der Schließung von Sophia-Jacoba ein weiteres Kapitel des Bergbaus in der früheren Zechenstadt in die Geschichte ein. Und gleichzeitig schritt der dadurch unabdingbare Strukturwandel zur attraktiven Einkaufsstadt weiter voran.

Planungen verwirklicht

Die Parkhofstraße, die Haupteinkaufsstraße in der City, ist umgestaltet worden und zeigt sich schmuck und modern, die Plätze am Rathaus folgen. Ein Investor für den Komplex des ehemaligen Möbelhauses Bitter scheint gefunden, die Zuschüsse für den Umbau des alten Friedhofs in eine Parkanlage sind bewilligt. Und ganz wichtig: Die langwierigen Verhandlungen um die Ansiedlung von C&A konnten von Investor Peter Greven erfolgreich abgeschlossen werden. Mit seinem Geschäftshaus, das unterhalb des Hückelhoven Centers (HC) mit C&A als Hauptmieter entsteht, wird die Verbindung zur Parkhofstraße, die die Kunden des HC auch auf die Haupteinkaufsstraße führen soll, realisiert.

Erhalten blieben Hückelhoven die Filialen von Wehmeyer und Hertie, nachdem die Mutterkonzerne in Schieflage geraten waren und ihre Niederlassungen auf den Prüfstand stellten.

Freizeit- und Erholungsangebote

Dass die Stadt nicht nur zum Einkaufen locken soll, sondern auch Freizeit- und Erholungsangebote haben möchte, zeigen nicht nur die Pläne zum neuen Park auf dem alten, sondern zeigen von weitem sichtbar die Leucht-Stelen an der Himmelstreppe auf der Millicher Halde. Die wurde zum Naherholungsgebiet erschlossen und im März offiziell eröffnet. Wer den Aufstieg auf den „Gipfel“ wagt, wird mit einem fantastischen Ausblick belohnt.

Die erste Hückelhovener Autokinonacht sorgte für ein Kinoereignis der ganz besonderen Art an zwei Tagen im September. Der Andrang für diese Premiere war derart groß, dass die Veranstalter eine zusätzliche Vorstellung ins Programm nahmen. Begeisterte Besucher und ein ebenso begeisteter Romulus Timar. Der Mitarbeiter des Stadtmarketings Hückelhoven war der Initiator dieser Premiere, hatte das Projekt mit Heinz Dohmen, dem Inhaber des Hilfarther Corso-Filmpalasts, dann auch vorangetrieben. Dies alles lässt auf eine Wiederholung hoffen.

Der Kampf ums Altpapier

Einen überraschenden Ausblick auf die Straße bot sich den Hückelhovener im Mai: Dort standen völlig unerwartet die Papiertonnen eines Privatunternehmens, dass in Konkurrenz zur Stadt treten wollte. Die Verwaltung reagierte prompt, schickte Mitarbeiter zu den Bürgern, die über Folgen der Nutzung aufklärten, nämlich steigende Preise für die Restmülltonne. Und bot schließlich selbst eine Papiertonne, womit sie den Kampf ums Altpapier letztlich für sich entschied.

Schreckliches Ereignis

Bleibt am Ende eines erfolgreichen Jahres für die Stadt Hückelhoven aber auch von einem schrecklichen Ereignis zu erzählen, dem Schaufenberger Friedhofsmord. Dort wurde der 54-jährige Ewald Frentzen aus Millich Opfer von vier Jugendlichen. Sie wollten angeblich sein Auto haben, um damit nach Spanien zu fahren. Dort hatten die vier angeblich vor, ein neues Leben zu beginnen. In Paris wurden sie gefasst und stehen jetzt vor Gericht.

Quelle: RP
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