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Langenfeld
Angel Richter setzt Großstadthektik in Szene

Langenfeld. Noch bis zum 23. Juni stellt die Mönchengladbacher Malerin und Bildhauerin beim Kunstverein aus. Von Stephan Meisel

Jung und dynamisch wirken die Werke von Angel Richter, die jetzt beim Kunstverein Langenfeld (KVL) zu sehen sind. Unter dem Titel "Neue Arbeiten" hat die in Mönchengladbach wohnende Malerin und Bildhauerin großformatige Acrylbilder sowie Stahlfiguren aus rostigem Cortenstahl in Szene gesetzt. Der Besucher sieht sich umgeben von hastenden Großstadtmenschen. Mal sexy, mal schick, mal im Businesskostüm gekleidet eilen sie von Termin zu Termin. Bevorzugt hat Richter sehr farbig und figürlich flüchtige Momente der Begegnung in Szene gesetzt - etwa in dem Bild "One World, One Dream?" (2014). Die Köpfe der schönen, reichen und geschäftigen Großstädter sind oben halb abgeschnitten. Das verstärkt die Dynamik.

Die kraftvollen Bilder der gebürtigen Münchnerin fügen sich in die diesjährige Projektidee des Kunstvereins. Wie zuvor schon bei der Dirk-Schmitt-Ausstellung setzt sich die Schau im Kunstraum des Kulturzentrums mit dem Thema "Mensch" auseinander. Vize-Bürgermeister Dieter Braschoss lobte bei der Vernissage ausdrücklich "die glückliche Hand" des von Felix Fehlau geführten Kunstvereins.

Die 1950 geborene Richter studierte 1978 bis 1985 an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Tony Cragg und als Meisterschülerin bei Konrad Klappheck. Als freischaffende Künstlerin stellt sie regelmäßig im In- und Ausland aus. KVL-Kuratorin Beate Domdey-Fehlau bezeichnete das von Richter gepflegte Tafelbild als "ein Kommunikationsmittel zwischen Künstlerin und Betrachter". Letzterer steht inmitten des Geschehens und lässt die gestylten Großstädter auf sich wirken, die ohne ganzen Kopf Anonymität ausstrahlen.

Auffallend viele Rottöne unterstreichen den Eindruck des pulsierenden Lebens und der rastlosen Eile. "Rot ist die Farbe des Blutes, des Lebens", kommentiert Malerin Richter die kräftigen Farbakzente mit symbolischen Verweisen.

Ein besonderer Blickfang sind die aus rostigem Cortenstahl lebensgroß gefertigten Figuren der Serie Madness. Das schlanke Paar wirkt, als habe es für einen Augenblick die anonyme Masse auf den routinegemäß üblichen Laufwegen verlassen. Die Rolle des Beobachters verstärkt sich beim Betrachten der im Eingangsbereich des Kunstraums hängenden Bilder Glitch I und Glitch II. Eine geschminkte Blondine trägt eine Sonnenbrille, in der sich Großstadtszenen widerspiegeln. Die lässig wirkenden Gemälde sind planvoll komponiert - von den Proportionen der Figuren her und in deren Farblichkeit. Das gilt auch für das Bild "Konflikt", das ein wütendes Mädchen mit Ball zeigt, zu dem die schicke Mutter hinabblickt.

Bis 23. Juni, Kunstraum, Hauptstraße 135, Di., Fr., Sa. 10-13 Uhr, Do. 15-20 Uhr, So. 15-18 Uhr.

Quelle: RP
 
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