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Langenfeld
Autor gibt Schreibtalenten Tipps

Langenfeld: Autor gibt Schreibtalenten Tipps
Die Mädchen und Jungen hatten in dem von Manfred Theisen (l.) geleiteten Kursus "Schreib wie ein Profi mit einem Profi" viel Spaß. FOTO: von sabeen farooqi
Langenfeld. Elf- bis 14-Jährige lernten viel beim Ferienprojekt mit Manfred Theisen. Von Sabeen Farooqi

Der Raum der Stadtbibliothek wirkt auf den ersten Blick ein wenig chaotisch. Hier und da liegen Zettel verstreut und man muss aufpassen, nicht über den Kabelsalat auf dem Boden zu stolpern. Ein Junge grinst schelmisch und erklärt: "Das ist ein geordnetes Chaos. Kreative Menschen sind nun mal so." Kreativ sind er und die anderen Mädchen und Jungen im Kursus "Schreib wie ein Profi mit einem Profi" allemal. Autor Manfred Theisen bringt den Kindern und Jugendlichen in den Herbstferien bei, originelle Geschichten zu schreiben.

Die Elf- bis 14-Jährigen sollen lernen "selbst zu entscheiden, was sie interessant finden und was sie erzählen wollen", erklärt Theisen. Somit waren der Fantasie der Teilnehmer keine Grenzen gesetzt. Zwei Jungs erstellten ein Hörbuch zu einer friedlichen Demonstration beim G20-Gipfel, zwei Mädchen schrieben eine Kurzgeschichte aus der Perspektive einer Katze oder über winzige Fabelwesen, die in den Wolken leben. In der Gruppe arbeiteten alle Teilnehmer gemeinsam mit dem Autor an einer Geschichte über das so genannte "Stalken", vor allem in den Sozialen Medien. Helena (14) ist wie die anderen Mädchen und Jungen begeistert von dem Projekt. "Man sagt immer, man hat nichts zu verbergen. Aber warum stören sich dann alle an der Kontrolle, wenn man doch sowieso nichts verheimlicht", liest ein Mädchen vor - und alle hören gespannt zu. Eigentlich hatte Theisen ursprünglich das Thema "Fake-News" geplant: "Das hab ich aber nach zehn Minuten weggeschmissen, die Gruppe fand das überhaupt nicht interessant." Schlimm war das für ihn nicht, im Gegenteil: Er reagierte spontan und ging auf sie ein.

Theisen bot im sechsten Jahr in Folge mit der Stadtbücherei dieses Ferienprojekt an. Er lobt das Engagement der Mädchen und Jungen, unter denen wahre Schreibtalente seien. Das bestätigt Bibliotheksleiterin Martina Seuser. Vier Teilnehmer aus den Vorjahren vervollständigten mittlerweile eigene Bücher. "Einige kehren jedes Jahr wieder, bis sie für dieses Projekt zu alt sind." Nicht nur Helena hat die Gruppenarbeit mit dem professionellen Autor sehr motiviert. Zu Hause vergehe einem oft die Lust zu schreiben, "weil man manchmal nicht weiß, was nun richtig oder falsch ist". Andere nicken zustimmend. Das Internet sei keine richtige Hilfe, weil es da zu ungenaue oder zu viele Infos gäbe. Die Gruppe schätzt das kritische Feedback und die verschiedenen Perspektiven untereinander sehr. Der Altersunterschied spiele hier keine Rolle, weil sich jeder respektiert und wohl fühlt.

Das Ferienprojekt wird vom Lions-Club Langenfeld finanziert, die Bibliothek stellt die Räume. Winfried Hölter vom Lions-Club: "Die Jugend ist unsere Zukunft, wir müssen sie unbedingt fördern." Schreiben sei ein Weg sich auszudrücken und selbst zu verwirklichen.

Quelle: RP
 
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