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Langenfeld
Ausweichverkehr beunruhigt Berghausen

B8 Baustelle bei Langenfeld: Ausweichverkehr beunruhigt Berghausen
Der Umgehungsverkehr an der Brandsackerstraße macht auch Schülern zu schaffen, die die sonst ruhige Anwohnerstraße überqueren wollen. FOTO: Ralph matzerath
Langenfeld. Wegen der B 8-Baustelle fahren mehr Autos durchs Dorf, kritisieren Anwohner. Ein Teil sei viel zu schnell unterwegs. Von Thomas Gutmann

Seit vor drei Wochen die Baustelle auf der alten B 8 eingerichtet wurde, macht sich Jacqueline Netto Sorgen um ihre beiden sieben und acht Jahre alten Söhne. "Was hier jetzt zusätzlich an Autos runtergerauscht kommt, ist Wahnsinn", sagt die 37-Jährige, die mit ihrer Familie an der Kurve Brandsackerstraße südlich des künftigen Neubaugebiets am Berghausener Blumentopf wohnt. Nicht nur, dass etliche Autofahrer viel zu schnell führen: "Manchen ist offenbar überhaupt nicht klar, dass hier nur Tempo 30 erlaubt sind. Einer hat meine Jungs sogar von der Straße gehupt, um danach wieder aufzudrehen", empört sich die Mutter.

Nach ihren Beobachtungen hat sich die Brandsackerstraße von einer halbwegs ruhigen Anwohner- in eine Durchgangsstraße verwandelt. Der Grund liege auf der Hand: Autofahrer, die die Kreisel-Baustelle an der B 8/Einmündung Theodor-Heuss-Straße umgehen wollen, nehmen jetzt den vielen bekannten Schleichweg vom Autobahn-Zubringer Berghausener Straße durchs "Dorf" (Berghausen) über die kleine Brücke über die Eisenbahnstrecke zur B 8 (oder umgekehrt). "Und obwohl das hier einer der Schulwege zur Paulus-Grundschule ist, geben viele richtig Gas", sagt Netto.

Susanne Jakobs, die mit ihrer Familie gleich gegenüber, an der Außenseite der Kurve wohnt, bestätigt die Beobachtungen ihrer Nachbarin. "Wenn wir hinter unserem Hochtisch-Fenster sitzen, fühlt es sich manchmal so an, als bretterten die Autofahrer geradewegs in unser Wohnzimmer", sagt die 50-Jährige. Nicht umsonst stehe an der Kurve eine - ziemlich verbeulte - Leitplanke. Im Berufsverkehr ab nachmittags sei es besonders schlimm, sagt Jakobs, deren zweieinhalbjährige Enkeltochter regelmäßig in Berghausen zu Besuch ist.

Jacqueline Netto ist wegen der Raser bereits bei der Stadt vorstellig geworden. "Die haben erfreulich schnell reagiert und an der Brücke zumindest eine Geschwindigkeitsanzeige installiert." Ob der Wink mit der aufleuchtenden Tempo-Ziffer hilft, bleibt abzuwarten. "Wenn nicht, dann müssen eben wirksamere Maßnahmen her", fordert die besorgte Mutter - Schwellen etwa oder Kübel oder Tempokontrollen durch die Polizei. Letztere sind an der Brücke allerdings nicht so einfach: "Man braucht schon einen Platz, wo sich die Messgeräte aufstellen lassen", sagt Thomas Obst vom Verkehrsdienst der Kreispolizei. Fehlt wie in diesem Fall ein Seitensteifen, ist es auch nicht damit getan, an der Brücke aufs Feld auszuweichen.

Franz Frank vom städtischen Verkehrsamt hält bauliche Tempobremser derzeit für nicht angebracht: "Spätestens Anfang des neuen Jahres wird im Zuge der Neubaugebietserschließung die Vorfahrtsregelung an der Kurve Brandsacker-/Blumenstraße geändert. Wer die Brücke hinunterfährt, wird dann ohnehin stoppen müssen", versichert der Amtsleiter. Zudem lehrt ihn die Erfahrung, bei Gegenmaßnahmen keine Hektik an den Tag zu legen: "Zuletzt sind wir Beschwerden über Schleichverkehr auf dem Marienweg in Richrath nachgegangen. Das Ergebnis der Geschwindigkeitsmessung: 95 Prozent der Autofahrer hielten sich an Tempo 30." Jacqueline Netto ist skeptisch, was die Wirksamkeit eines Stoppschilds an der Kurve angeht. Sollte sich die Lage dann nicht entschärfen - oder zuspitzen -, will sie erneut aktiv werden: "Notfalls gründe ich eine Bürgerinitiative. Die Sicherheit unserer Kinder ja wohl vor!"

Quelle: RP
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