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Langenfeld
Das steckt hinter der Leuchtfassade

Langenfeld: Das steckt hinter der Leuchtfassade
Auch im Innern des Leuchtquaders geht es farbenfroh zu. Pixlip-Mitarbeiter wie Stefan Bock wissen das zu schätzen. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Pixlip/Hemaag an der B 8 in Berghausen folgt den Prinzipien von Lego und Ikea - über den Hausgebrauch hinaus. Von Martin Mönikes

Wer seit einigen Tagen im Dunkeln auf der B 8 von Langenfeld in Richtung Düsseldorf fährt, traut seinen Augen kaum. Kurz hinter der Kreuzung Berghausener Straße leuchtet die 40 Meter lange und acht Meter hohe Fassade eines früher unauffälligen Waschbetonbaus komplett in bunten Farben, Formen und Mustern. "Manche halten an und fotografieren", sagt Karl Lang, Inhaber und Geschäftsführer der jetzt dort ansässigen Firmen Pixlip und Hemaag über die Begeisterung der Vorbeikommenden. Seine Geschäftsidee ist von weitem zu erkennen: Fassadengestaltung mit LED-Leuchten.

Bereits 2008 gründeten der Designer Lang und sein Geschäftspartner Lars Backhaus in Düsseldorf die Firma Pixlip GmbH. Der Schwerpunkt lag auf Messebau, Displays, Leuchtkästen oder hinterleuchteten Messeständen. 2009 folgte der Umzug nach Langenfeld. Ein jährliches Wachstum von 40 Prozent erforderte jetzt den vierten Umzug innerhalb der Posthornstadt. Diesmal entstanden durch den Wechsel sogar ein neuer Geschäftszweig und eine selbstständige Tochterfirma.

"Die Betonfassade des angebotenen Firmengebäudes passte nicht zu einem innovativen Unternehmen, also mussten wir das ändern", erklärt Lang die Entstehung des Eyecatchers an der Hauptverkehrsader. Lang und Co. entwickelten die Idee großflächiger leuchtender Fassaden-Elemente, gründeten zu deren Vertrieb die Firma Hemaag und demonstrieren das Angebot nun werbewirksam am neuen Firmengebäude. Als Partner für die Befestigung der Elemente an den Fassaden gewann Lang das weltweit auf Fassadenbefestigungen spezialisierte Langenfelder Unternehmen Halfen.

Und so funktioniert es: Dünne, lichtdurchlässige Kunststoffplatten werden jeweils vor einen Kranz von LED-Leuchten montiert. Für den Betrachter entsteht so der Eindruck einer flächig leuchtenden Fassade. Das System und sein Vertrieb erinnern ein wenig an Lego und Ikea. Einerseits können die maximal drei mal fünf Meter großen Elemente wie dänische Kinderbausteine in beliebigen Formationen und Größen zu Werbebotschaften zusammengesetzt werden. Zum anderen erhält der Kunde die Einzelteile, die Bauanleitung und sogar Werkzeug wie in einem schwedischen Möbelhaus. "Wir bauen nicht auf Vorrat, das senkt die Lagerkosten, und wir unterhalten keine Truppe von Monteuren", fasst Lang die Vorteile der schlanken Produktion auf 2000 Quadratmetern in den Werkstätten an der Raiffeisen-Straße zusammen. In einem großen Showroom werden demnächst potenziellen Kunden alle denkbaren Möglichkeiten gezeigt, innen und außen auf vielfältige, kreative Art LED-Licht und Design zu kombinieren. "Durch eine spezielle Linsentechnik, und weil das LED-Licht von der Rahmenseite kommt, entsteht eine besondere Leuchtwirkung", beschreibt Lang das Erfolgsgeheimnis.

Die Kunden kommen teils von weit her. "50 Prozent unserer Lieferungen gehen ins Ausland", sagt der Firmenchef. Beim Einkauf schätzt man regionale Kontakte: Deinzer, APT-Hiller, oder M 5-Metallbau gehören zu den Lieferanten. Die Firma beschäftigt 30 Mitarbeiter; Buchhaltung, Design und Vertrieb teilen sich 500 Quadratmeter im Obergeschoss. Ein Sandsack und Boxhandschuhe in der Besprechungsecke, Bälle als Sitze, eine sonnige Terrasse und bunte Zeichnungen an Wänden und Raumteilern signalisieren ein entspanntes Arbeitsklima.

Quelle: RP
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