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Langenfeld
Ein Landwirt entdeckt die Wildblumen

Langenfeld. Auf der Suche nach neuen Betätigungsfeldern und Einnahmequellen ist Landwirt Rolf Beckershoff von Gut Katers in Mettmann auf den Anbau von Wildblumen und -gräsern gekommen. "Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten die Natur in ihrer Vielfalt sehr zurückgedrängt. Der intensive Getreideanbau, die Auflagen der Bewirtschaftungsflächen und der Flächenrückgang insgesamt sind Alarmzeichen. Der Anbau von Wildblumen ist der richtige Ansatz", sagt Beckershoff. Seit drei Jahren baut er Wildblumen an, erntet sie und verkauft die Samen an einen großen Betrieb, der sie wieder an den Endverbraucher veräußert. Es sind keine großen Flächen, auf denen Beckershoff Wildblumen anpflanzt. Er musste sich das Wissen aneignen, baute und baut mit seinem Sohn Christian sogar eigene Erntemaschinen. "Die Bodenvorbereitung vor der Aussaat ist entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg einer Neuanlage. Um den Begrünungserfolg zu sichern, sollte der Boden deshalb vor einer Neuanlage gepflügt oder gefräst werden", sagt Beckershoff. Anschließend ist mit einer Egge oder Kreisel-Egge eine feinkrümelige Bodenstruktur herzustellen. Das Saatbeet muss vor einer Einsaat frei von problematischen Wurzelunkräutern wie Quecke, Distel, Weißklee oder Winde sein. "Das bedeutet Handarbeit." Von Christoph Zacharias

Am artenreichsten bleiben Wiesen durch eine ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr. Werden sie seltener gemäht, geht Vielfalt ebenso verloren wie durch Düngung und höhere Schnitthäufigkeit. Wiesen mit ursprünglich 40-50 Arten können dann innerhalb weniger Jahre auf nur noch 10-20 Arten reduziert werden. Mittlerweile wachsen diverse Wildkräuter auf den Feldern von Rolf Beckershoff: Rauer Löwenzahn, Kuckuckslichtnelke, Flockenblume, Ackerwitwenblume, Ferkelkraut und Johanniskraut. Die Ernte ist eine besondere Herausforderung. "Man muss den richtigen Zeitpunkt finden. Bisweilen sehr früh morgens, wenn der Tau noch auf den Feldern ist. Und dann muss sehr vorsichtig geerntet werden, um die Pflanze mit dem Fruchtknoten nicht zu zerstören." Auch die Trocknung des Samens sei eine Wissenschaft für sich, aber lohnt sich: Ein Kilo Gänseblümchen-Samen kostet 1500 Euro, ein Kilo kriechender Günsel 1800 Euro.

Natürlich baut Beckershoff nach wie vor noch Kartoffeln, Weizen und Hafer an. Und Kiribäume. Sie sind die schnellst wachsenden Bäume der Welt. Unter guten Bedingungen wächst ein Kiri bis zu fünf Meter pro Jahr. Das Holz nutzt man zum Beispiel für Surfboards, Musikinstrumenten und Schiffs-Ausbau.

Quelle: RP
 
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