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Monheim
Frauen pilgern zur Marienkapelle

Monheim: Frauen pilgern zur Marienkapelle
Von St. Dionysius starteten die katholischen Frauen ihren Pilgerweg bis zur Marienkapelle in Monheim. Zwischendurch machten sie Station, um gemeinsam zu beten. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Die Dekanate Langenfeld/Monheim und Hilden luden zur Wallfahrt nach Monheim ein. 120 Frauen beteten gemeinsam. Von Petra Czyperek

40 Jahre ist es her. Damals nahm Hedwig Leipertz-Joseph zum ersten Mal an der Marienwallfahrt von Baumberg nach Monheim teil. Und auch in den Folgejahren ließ die inzwischen grauhaarige alte Dame kaum einen Termin aus. Jetzt - mit 89 Jahren - sitzt sie im Rollstuhl. Und ihre Tochter Christiane Baum (49) schiebt die Mutter die 2,5 Kilometer lange Strecke am Rhein entlang. "Sie hat es immer so gerne gemacht. Deshalb möchte ich ihr auch heute die Teilnahme ermöglichen." Ist die 89-jährige Langenfelderin eine der ältesten Damen, die bei der kfd Pilgerwanderung von St. Dionysius zur Marienkapelle mitmachen, gehört ihre Tochter zu den jüngsten Frauen in der Gruppe.

Rund 120 gläubige Katholikinnen aus Monheim, Langenfeld, Hilden, Erkrath und Unterbach sind diesmal dabei, sagt Maria Poot von der kfd St. Gereon. Doch nicht alle trauen sich den Fußmarsch noch zu. Viele machen sich direkt auf den Weg zum Abschlussgottesdienst, den Pfarrer Burkhard Hoffmann in der 500 Jahre alten Kapelle mit den Teilnehmerinnen feiert.

Mitorganisatorin Ursula Reif von der kfd St. Paulus (Berghausen) ist auf das Mäuerchen vor der Dionysius-Kirche geklettert, damit alle sie besser sehen und hören können. Reif schart rund 50 Damen mit Rucksäcken und Sonnehüten um sich und erläutert den Ablauf des einstündigen Weges. Die Gottesmutter Maria steht heute im Mittelpunkt der Gebete, Gesänge und Gedanken. Mit ihrer Hilfe wollen die Frauen die Gegenwart entdecken. Die 60-Jährige beginnt mit einem Impulsvortrag aus dem Lukas-Evangelium. "Wir wollen bei Maria in die Schule gehen", fordert sie die Teilnehmerinnen auf. Bevor die Frauen loslaufen, beten sie gemeinsam die "Grüssauer Marienrufe": "Maria, wir rufen zu dir" und "Mutter Gottes, wir rufen zu dir", wechseln sich die Antworten ab.

Dann sollen sie in Zweiergrüppchen überlegen, wie und wo sie Gott im Alltag begegnen können. Rosa Paschek aus Hilden freut sich sehr auf das spirituelle Erlebnis in der Gemeinschaft. Die 55-Jährige stammt aus Schlesien, lebt seit 25 Jahren in Deutschland, und ist bereits eine erfahrene Pilgerin. In Polen nahm die Hausfrau beispielsweise an einer mehrtägigen Wallfahrt von Warschau aus teil und lief täglich 20 bis 30 Kilometer. Marlies Kannert (73) sagt, sie verehre die "Mutter Gottes" und wolle auf dem Weg ganz besonders für ihre Familie beten. Irmgard Heinen (58) findet es auch sehr wichtig, dass sich "katholische Christen draußen zeigen und ihren Glauben bekennen". Sie war schon oft dabei und freut sich auf den Gottesdienst in der Marienkapelle. "Das Kirchlein hat eine ganz eigene Energie."

Die Gruppe geht los und muss zunächst ein ganzes Stück den stark frequentierten Geh- und Radweg nach Monheim benutzen. Ursula Reif macht Station am Rheinpark und liest die "Begegnung mit Gott" aus dem Buch der Könige. Auf dem letzten Wegstück sind die Frauen aufgefordert, darüber nachzudenken, wo sie ihren Ort der Stille finden. Doch das ist gar nicht leicht. Manch ungeduldiger Radfahrer klingelt die Pilgerinnen rabiat zur Seite, und auch einige Autofahrer hupen oder gucken etwas genervt, als die Damen schließlich vor der Kapelle, begleitet von Glockengeläut, die Straße überqueren.

Seit Jahrzehnten laden die kfd Langenfeld und Monheim zu der Wallfahrt ein, die ihren Ursprung im Mittelalter hat. Erstmals nimmt das Dekanat Hilden teil, sagt Maria Poot. 2008 war Weihbischof Rainer Maria Woelki, inzwischen Erzbischof von Köln, dabei. Führten die Frauen in den Vorjahren die Pietà, eine 46 Zentimeter große Mariengestalt mit, ist darauf nun verzichtet worden. Die Figur sei schwer und müsse von vier Personen getragen werden. Es habe sich jetzt "niemand gefunden, der die Aufgabe übernimmt", bedauert Poot. Außerdem leide das Kunstwerk - auch wenn es unter Plexiglas geschützt werde. "Es bleibt besser auf dem Barock-Altar in der Kapelle", sagt Irmgard Heinen.

Quelle: RP
 
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