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Kreis Mettmann
Gewerkschaft: Stand-by-Jobs fördern Burnout

Kreis Mettmann. Arbeitnehmervertreter kämpfen gegen Aufweichung des Acht-Stunden-Tags im Gastgewerbe.

"Wer häufig länger als acht Stunden arbeitet und auch in der Freizeit für den Chef erreichbar ist, der läuft Gefahr, durch den Job krank zu werden." Das sagt Torsten Gebehart, der Geschäftsführer der NGG Düsseldorf-Wuppertal. Seine Gewerkschaft, die für Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), spricht sich deshalb gegen eine Aufweichung des Acht-Stunden-Tages aus. Aber da ist noch etwas, das den Gewerkschafter an einem Wegfall der Regelung stört. Er sieht dadurch auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bedroht, sollten die Arbeitszeiten immer weiter gelockert werden. Genau das aber wollten die Arbeitgeberverbände. Erst vor kurzem hätten sie gefordert, die Dokumentationspflicht bei den Arbeitszeiten zu lockern.

Die Diskussion um die Arbeitszeit, die die Gewerkschaft da führt, sie sind für viele Menschen im Kreis Mettmann ein Thema. Kreisweit arbeiten laut NGG etwa 17.000 Menschen regelmäßig an Sonn- und Feiertagen. Das gehe aus dem aktuellen Mikrozensus NRW hervor. 11.000 Beschäftigte im Kreis leisteten demnach zudem regelmäßig Nachtarbeit. Besonders im Gastgewerbe und in der Ernährungsindustrie seien solche Arbeitszeiten üblich, sagt der Gewerkschafter: "Aus diesen Branchen haben wir im Kreis Mettmann aber auch besonders viele Klagen über Stress."

Nacht-, Schicht- und Sonntagsarbeit gingen dauerhaft auf die Gesundheit und dürften nicht zum Normalfall werden. Gebehart: "Schon jetzt trifft der Burnout im Job immer mehr Menschen. Obergrenzen bei der Arbeitszeit sind ein Garant dafür, dass Arbeitnehmer ihre Gesundheit nicht im Beruf lassen." Nicht umsonst gebe es den Acht-Stunden-Tag. Der solle in der Regel am Stück geleistet werden - statt ein "Stunden-Puzzle" daraus zu machen.

Ein Beispiel: "Wenn eine Service-Kraft in der Gastronomie ständig per Handy im Stand-by-Modus ist, dann verletzt das auch die Trennung von Beruf und Freizeit." Die Digitalisierung in der Industrie führe dazu, dass die Arbeit immer häufiger nicht nur im Betrieb, sondern auch von zu Hause am PC oder per Smartphone erledigt werden muss, sagt Torsten Gebehart.

Flexible Regelungen dürften nicht einseitig auf Kosten der Beschäftigten gehen. Hierfür macht sich die NGG beim Projekt "Arbeit 2020" zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium stark.

(bine)
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