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RP-Serie Schulnamen (7)
Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen

RP-Serie Schulnamen (7): Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen
Der katholische Priester und Ordensgründer Don Bosco (1815-88) - heiliggesprochen 1934. FOTO: Don Bosco Mission
Langenfeld. Don Bosco ist Namenspate vieler katholischer Schulen - so auch von einer in Langenfeld. Von Dirk Neubauer

Ein armer, italienischer Bauernjunge setzt auch heute noch Maßstäbe. Deshalb tragen gleich mehrere Grundschulen in der Region den Namen von Don Bosco - so auch die katholische Grundschule an de Fröbelstraße in Langenfeld.

Der 1815 in Becchi bei Turin Geborene hatte keinen leichten Start: Mit zwei verliert er den Vater. Sehr spät, mit neun, buchstabiert er seine ersten Wörter und Sätze; und wird mit 15 eingeschult. Johannes Bosco musste sich seine Bildung Stück für Stück erkämpfen. Geschenkt bekam er gar nichts. Um im Alter von 16 auf ein Gymnasium gehen zu können, half er einem Schneider und einem Schreiner. Und kellnerte in einer Wirtschaft. All das hat ihn auf seinem Weg in ein Turiner Priesterseminar entschlossen gemacht - aber nicht verrohen und verhärten lassen. Seine Hilfe für die von der ersten Industrialisierung überrannten Straßenkinder aus den Turiner Vororten wird mit drei Worten beschrieben: Vernunft, Religion und Liebenswürdigkeit. Dem Ideal des Don Bosco folgt auch die Langenfelder Grundschule.

"Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" - dieses Motto wird Don Bosco zugeschrieben - und es bestimmt die Ausrichtung der städtischen Grundschule katholischen Bekenntnisses. Wobei sich die jeweiligen Schulleitungen auswählen, wer mit den Spatzen gerade gemeint ist. Ob nun Integration oder Inklusion auch gerade noch so unbewältigbar schienen, der Namenspatron hat im 19. Jahrhundert vorgelebt, dass man nicht bloß griesgrämig und ächzend die Alltagsprobleme bewältigen soll - sondern dabei auch Lebensmut verbreiten und Vorbild für andere sein kann.

Hiesige Grundschüler fassen den Einsatz Don Boscos für die Obdachlosen und Straßenkinder von Turin so zusammen: "Die Jungen bekam zu essen und zu trinken, eine christliche Erziehung und eine gute Ausbildung".

Dieses Prinzip haben die Salesianer Don Boscos in den vergangenen 200 Jahren in mehr als 120 Länder der Erde verbreitet. In Deutschland feierten die Grundschulen beim traditionellen Gedenken Ende Januar die Gründung der ersten Don Bosco-Niederlassung in Deutschland, in Würzburg vor genau 100 Jahren. Unter anderem balancierte in einer der Gottesdienste ein Pfarrer über ein Seil.

Mit Güte und Konsequenz, Ernst und Entspannung versuchen die Grundschulen seines Namens, den wichtigsten Auftrag Don Boscos an die Kinder und über sie in ihre Familien zu vermitteln: Niemals aufgeben, so schwer eine Aufgabe auch zu sein scheint. An der Langenfelder Grundschule sind die Eltern sehr intensiv eingebunden. Viele Dutzend kommen regelmäßig als Vorlesepaten in die Klassen.

Und das ist nur das geringste Beispiel dafür, wie die Maxime eines armen italienischen Bauernjungen bis in die heutige Zeit nachwirken - und immer noch Richtschnur für das Menschwerden sind.

Quelle: RP
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