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Martin Reinl
In Monheim heißt es: "Pfoten hoch !"

Langenfeld. In der Aula am Berliner Ring erlebt das Publikum am morgigen Samstag eine Improvisationsshow mit den beiden Puppenspielern Martin Reinl und Carsten Haffke.

Herr Reinl, Improvisationstheater ist bekannt, Puppentheater auch - wie sind Sie auf die Idee gekommen, beides zu verbinden?

Reinl Das ist mehr oder weniger ein Zufallsprodukt. Bei verschiedenen Dreharbeiten fürs Fernsehen haben wir ein bisschen rumgealbert und improvisiert. Dabei haben wir gemerkt, dass es durchaus Spaß machen kann, mit den Figuren zu spielen und neue Dinge zu probieren. So ist im Laufe der Zeit auch unser Programm entstanden.

Bekannt sind Sie vor allem für Figuren wie den frechen Hund "Wiwaldi" oder den alten Zirkusgaul "Horst-Pferdinand". Wie viele Figuren haben Sie noch im Repertoire?

Reinl Bei unseren Auftritten stehen inzwischen rund 60 Puppen zur Auswahl, mit denen wir einen Abend bestreiten. Die kommen zwar nicht unbedingt alle zum Einsatz, aber es sind schon ziemlich viele geworden.

Was erwartet die Zuschauer in Monheim?

Reinl Es wird die Klassiker des Improvisationstheaters in neuem Gewand geben - als Puppentheater. Wir verorten die Handlung der Sketche mit Hilfe des Publikums zum Beispiel an ungewöhnlichen Stellen oder spielen eine romantische Geschichte als Western - oder umgekehrt. Schnelle Wechsel der Emotionen, Genres und anderer Merkmale gehören ebenso dazu, wie das Scheitern an genau diesen Dingen.

Scheitern inwiefern?

Reinl Im Grunde ist das Scheitern ein Grundgeheimnis der Improvisation. Das Publikum will uns scheitern sehen, und manchmal passiert das auch. Die spontanen Eingebungen aus dem Zuschauerraum aufzunehmen und in etwas Komisches zu verwandeln ist eine Herausforderung, die wir sehr gerne annehmen. Aber dafür ist natürlich auch die Mitarbeit des Publikums gefragt. Dabei ist uns keine Idee zu schräg, um es nicht zumindest zu versuchen. Eigentlich gilt sogar: Je schräger, desto besser!

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Reinl Neulich gab es eine Situation, in der wir nach verschiedenen Filmgenres gefragt haben - und eine Frau hat sich "Tanztheater" gewünscht. Als wäre das nicht schon schwierig genug, sollte das Ganze auf Holländisch stattfinden. Wir haben uns über diese Idee sehr gefreut und es natürlich auch so gemacht. Wir freuen uns immer auch über Neues und Exotisches. Ich finde es besser, wenn ein paar Steine im Weg liegen und wir nicht jeden Abend ähnliche Programme spielen. Mal sehen, wie die Monheimer so ticken ...

Haben Sie sich für Monheim etwas Spezielles einfallen lassen?

Reinl Wir wollen die Leute möglichst zwei Stunden lang in unser Universum ziehen und sie bei Laune halten. Erwachsene haben bei uns die ausdrückliche Erlaubnis, noch einmal Kind zu sein - schließlich geht es um Puppentheater. Nur eben ein bisschen anders, als man es bisher kennt. Wir wissen nicht genau, was auf uns zukommt, aber die Zuschauer eben auch nicht. Das ist doch eigentlich eine ganz gute Grundlage für einen gelungenen Abend, oder nicht?

DORIAN AUDERSCH STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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