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Monheim
In Monheim lernen Kinder boxen

Monheim: In Monheim lernen Kinder boxen
Schmal, aber wehrhaft: Lorina (r.) hat bei Dennis Lukaschek ihre ersten Boxstunden. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Die Abteilung der Sportgemeinschaft hat jetzt auch eine Kinder- und Jugendgruppe. Von Philipp Gercer

Kindern und Jugendlichen das Boxen beibringen - eine gute Idee? Karl-Heinz Göbel findet: Ja! "Leider haben viele ein eher negatives Bild vom Boxen. Es geht aber nicht zuallererst darum, sich gegenseitig auf die Nase zu hauen", sagt der Vorsitzende der Sportgemeinschaft Monheim. "Beim Boxen kommt es vielmehr auf Kondition, Disziplin und Respekt an". Auch auf den Teamgedanken werde viel Wert gelegt. "Das Training schweißt zusammen", betont Göbel und freut sich deshalb über die neue Kinder- und Jugendgruppe der SGM-Boxabteilung.

Das Trainergespann sieht es ähnlich wie der Vorsitzende. "Wir bilden hier niemanden zum Schläger aus. Bei uns steht eher die Charakterbildung im Vordergrund. Disziplin steht bei mir an erster Stelle", unterstreicht Mathias Ademoski, der die Box-Abteilung leitet. Trainer Soulaiman Kariouh nennt weitere positive Aspekte: "Durch das Boxen werden Aggressionen nicht gefördert. Es ist eigentlich genau andersrum: Die Kinder werden ruhiger und verhalten sich anderen gegenüber respektvoller".

Das zeigt sich auch beim Training der Kinder- und Jugendgruppe. In der Halle geht es nicht, wie man vielleicht erwarten würde, laut und wild zu - vielmehr ist die Gruppe ruhig und konzentriert. An diesem Montag nehmen insgesamt neun Kinder und Jugendliche teil, trainiert wird unter anderem an Reifenstapeln, es werden bestimmte Schrittfolgen und Bewegungsabläufe eingeübt. "Natürlich gestalten sich die Übungen für die jüngeren Mitglieder ein bisschen anders, sie sollen erst einmal auf spielerische Weise an das Boxen herangeführt werden", sagt Göbel. Bei der Kinder- und Jugendgruppe werde es zunächst keine richtigen Kämpfe geben, versichert Ademoski. "Dazu braucht es etwa zwei Jahre Training." Wenn es dann irgendwann so weit ist, kämen natürlich auch immer entsprechende Schutzkleidung, ein Schiedsrichter und ein Ringarzt zum Einsatz. Boxen sei ein vergleichsweise ungefährlicher Sport, sagt der Abteilungsleiter.

Die Verletzungsgefahr sei bei anderen Sportarten, wie zum Beispiel Fußball, viel größer. "Die Gesundheit hat beim Boxen oberste Priorität, auch wenn das manch einer kaum glauben mag", sagt Ademoski und erinnert an "strenge Box-Regeln": Schläge auf den Rücken, den Hinterkopf und unter die Gürtellinie sind tabu.

Ernste Schwierigkeiten habe es unter den Boxern der SG Monheim noch nie gegeben. "Falls es doch einmal zu Problemen kommen sollte", erklärt Göbel, "wird das Gespräch gesucht und, wenn es sein muss, die Mitgliedschaft beendet." Bisher habe die SGM aber alles in einem vernünftigen Dialog klären können.

Die Kinder und Jugendlichen scheinen also in der Box-Abteilung der SGM gut aufgehoben zu sein. Nicht zuletzt wegen der langjährigen Erfahrung des Trainerteams. "Ich selbst habe mit 15 Jahren angefangen und bin seitdem immer drangeblieben, weil es mir so viel Spaß macht", sagt Kariouh. Der 21-jährige betreut die Kinder und Jugendlichen im Rahmen seines Trainerscheins. Er selbst trainiert unter Box-Abteilungsleiter Ademoski, der bald auch als Trainer in China aktiv sein wird.

"Aktuell ist die Nachfrage fürs Boxtraining sehr groß", sagt Göbel - nicht nur bei den Jüngsten. In den letzten Jahren habe es aber vermehrt Anfragen von Jugendlichen gegeben. Deshalb gibt es jetzt den zusätzlichen Termin für das Kinder- und Jugendtraining. "Wenn die Nachfrage da ist, versuchen wir, auch neue Angebote zu schaffen", sagt der SGM-Chef. Dem Nachwuchs gefalle das Boxen. "Und auch die Eltern sind froh, wenn sich ihre Kinder so richtig auspowern können."

Quelle: RP
 
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