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Langenfeld
Langenfeld: Der Stadtschlüssel ist da

Langenfeld: Langenfeld: Der Stadtschlüssel ist da
Bürgermeister Frank Schneider (vo. l.), Sparkassen-Vorstand Stefan Noack (m.) und Stadtwerke-Chef Kersten Kerl (2.v.r.) gaben gestern mit weiteren Projektpartnern den Startschuss für die Ausgabe der "Stadtschlüssel". FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Beim Einkaufen Rabattpunkte fürs Parken sammeln - das ist ab sofort in der Stadtmitte möglich. Von Thomas Gutmann

Wann kommt er denn nun, soll die Frau von Stadtwerke-Chef Kersten Kerl ihren Mann wiederholt genervt haben. Citymanager Jan Christoph Zimmermann bekam sein "erstes graues Haar" darüber, und Bürgermeister Frank Schneider stieß zur Präsentation gestern im Service-Center der Stadtwerke ein "Endlich!" aus: Nach gut zweijähriger Arbeit an dem Projekt ist der "Stadtschlüssel" da. Mit der Kombination aus Parkkarte und Payback-Coin können Stadtmitte-Besucher in Langenfeld ab sofort beim Einkaufen ihre Parkgebühren verringern und die Parkhäuser und 1500 beschrankten Parkplätze nutzen, ohne Zeit am Zahlautomaten zu verlieren.

Schneider nennt den Stadtschlüssel einen "Meilenstein" in dem umfassenden Konzept "Future City", mit dem Langenfeld die Anziehungskraft der "Shopping-Mitte" in Zeiten von Amazon und Co. stärken will (siehe Info). In ihrer "Vorreiterrolle" habe die Stadt bundesweit Beachtung bekommen. Die mehrmonatige Verzögerung begründete der Bürgermeister mit technischen Knackpunkten. "Innovationen brauchen Zeit", eine derart komplexe erst recht, sagte Schneider.

Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie viele Händler machen mit? Zunächst 30 der rund 150 in Frage kommenden Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen in der Stadtmitte, darunter inhabergeführte Läden und Filialisten, Cafés und Apotheken. Schneider sprach von einem "super Startschuss", sagte aber auch: "Diese Zahl ist noch viel zu klein."

Kostet der Stadtschlüssel die Kunden etwas? Nein. Das System finanziert sich laut Citymanager durch ein Viertel der jeweiligen Rabattsumme.

Wie hoch ist die Rabattleistung? Im Normalfall ein Prozent der Einkaufssumme, bei Lebensmitteln und Elektronik ein halbes Prozent - abzüglich des Viertels für den Systembetrieb. Klingt wenig, liegt aber laut Zimmermann im üblichen Rahmen von Paybackkarten.

Wie funktioniert der Stadtschlüssel als Parkkarte? Die Parkkarte im EC-Kartenformat enthält einen Funkchip. Mit ihr öffnet sich dem Autofahrer die Parkhausschranke. Die Parkgebühren werden monatlich im Lastschriftverfahren abgebucht. Alternativ kann man auch den Coin (mit Loch für Schlüsselanhänger) benutzen, der ebenfalls einen Funkchip enthält. Der Coin wird an der Schranke ans Lesegerät gehalten. Parkautomaten ohne Schrankenanlage sind noch nicht in das System integriert. Das soll laut Projektentwickler Frank Rehme noch kommen.

Wie funktioniert der Stadtschlüssel als Rabattsammler? Der Coin weist auch einen QR-Code aus. Den legt man beim Einkaufen dem Händler vor, der den Code einscannt und die Einkaufssumme dazu eingibt. Die gesammelten Rabattpunkte werden von der monatlichen Parksumme abgezogen.

Und wie profitieren Kunden ohne Auto? Sie können die Punkte für Rheinbahn-Tickets einlösen. "Unser Ziel ist es, das Portfolio über Parken und Bustickets hinaus zu erweitern", betont Frank Schneider.

Werden Daten über das Einkaufsverhalten des Kunden gespeichert? "Nein", versichert Stadtwerke-Chef Kerl, der sein Unternehmen in einer zentralen Rolle für die "Digitalisierung Langenfelds" sieht.

Wo bekommt man den Stadtschlüssel? Anträge sind möglich im Service-Center der Stadtwerke (Solinger Straße 41 und zunächst auch im Marktkarree) sowie in den Filialen der Stadt-Sparkasse Langenfeld. Wer mit von ihr ausgegebenen EC- oder Kreditkarten zahlt, sammelt als Stadtschlüssel-Inhaber automatisch Punkte. Um den Stadtschlüssel zu nutzen, muss man aber weder Sparkassen- noch Stadtwerke-Kunde, noch Langenfelder sein.

Quelle: RP
 
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