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Langenfeld
Lichter und Gesang: Kirchen laden zur offenen Nacht

Langenfeld. Kreisweit lockt am Freitag ein abwechslungsreiches Programm in die Gotteshäuser.

LANGENFELD/MONHEIM Die Nacht ist eines der wichtigsten Motive der Romantik, da in der Dunkelheit die Konturen verschwimmen. In der Nacht gewinnt das Irrationale Überhand, das wiederum einen Zugang zu den Rätseln des Seins eröffnet. Auch in der Bibel kommt der Nacht als Ort der Ruhe und der Träume eine besondere spirituelle Bedeutung zu. Auch am kommenden Freitag sollen die Schranken zwischen den Konfessionen fallen, wenn 35 Kirchengemeinden im Kreis Mettmann ihre Türen öffnen und mit einem vielfältigen Programm zu menschlichen Begegnungen und besonderen Erfahrungen mit Gott einladen. Die Schirmherrschaft für die dritte Nacht der offenen Kirchen hat Landrat Thomas Hendele übernommen.

Die Christengemeinde Langenfeld, Goerdelerweg 8, lädt ab 19.30 Uhr zu einem offenen Gospelsingen ein. Die Sängerinnen Esther Zanders und Laura Kyaergaard bringen den Besuchern traditionelle und moderne Gospelsongs bei. In eine Jugendkirche werden 100 Konfirmanden und Jugendteamer die evangelische Erlöserkirche, Hardt 23, verwandeln. Dabei wird alles ausprobiert, was Jugendliche schon immer mal in einer Kirche machen wollten. In der Adventgemeinde, Friedrich-Krupp-Straße 5, wird ein für Kirchenräume ungewohntes Instrument erklingen. Der New Yorker Saxophonist Tito Charneco spielt Jazz und Gospel. Sein Namensvetter Titus Müller wird aus seinen historischen Romanen vorlesen. In der katholischen Kirche St. Martin, Kaiserstraße 28, dreht sich alles um Herzensangelegenheiten. Optisch greift die Foto-Ausstellung "natural hearts" das Thema auf, akustisch und haptisch bietet Jessica Lammerse Impulse für Gespräche zwischen Paaren. Niemand muss heute mehr am Seil ziehen, um die Kirchenglocken zu läuten, dies wird heute elektronisch gesteuert. Dennoch beschäftigen sich die Gläubigen in St. Josef, Solinger Straße 17, mit dem "Glöckner von Notre Dame", um anhand dieses Stummfilmklassikers das Thema "Menschenwürde" und das Bedürfnis nach Gemeinschaft aufzuarbeiten. Matthias Krella hat auf den Film auf der Orgel neu interpretiert. Die beiden christlichen Gemeinden Monheims halten in der St. Johannes-Kirche ab 19 Uhr eine Nacht der Lichter im Stil von Taizé ab. Dazu wird die Kirche mit orangefarbenen Tüchern und zahllosen Kerzen geschmückt. Die Taizé-Gesänge strukturierend den Abend. Um den ökumenischen Gedanken zu unterstreichen, findet im Anschluss eine Prozession zum Eki-Haus statt, wo man sich zu lockeren Gesprächen trifft. Musikalische Grenzen sprengt die evangelische Kirchen in der Altstadtkirche, wo ab 20 Uhr unter dem Titel "Chopiniade" Musik zwischen Klassik und Jazz erschallt. Der Verein JiM ist auch mit von der Partie. Zum Reformationsjubiläum gibt es eine Veranstaltung, die am Tag nach der Nacht der offenen Kirchen in Baumberg stattfindet. Die Neue Volksbühne Köln gastiert um 19 Uhr mit dem Stück "Ich fürchte nichts" in der Friedenskirche, Schellingstraße 13. Der Eintritt kostet 10 Euro. D. SCHMIDT-ELMENDORFF

Quelle: RP
 
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