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Monheim
Rückenwind für Radfahrer in Monheim

Monheim: Rückenwind für Radfahrer in Monheim
Ein neuralgischer Punkt mit Kreuzverkehr zwischen Radlern, Passanten und Kraftfahrzeugen ist der Busbahnhof. Auch hierfür streben die Planer aus dem Rathaus eine Lösung an. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Die Stadt will 4,4 Millionen Euro in die Radverkehrsförderung stecken. Das neue Konzept umfasst knapp 100 Vorschläge. Von Dorian Audersch

Radfahrer, lernen die Zuhörer im Ratssaal, sind eine ziemlich heterogene Spezies. Die einen fahren eher defensiv und vorsichtig, andere preschen hingegen eher im Eiltempo über Straßen und Wege. Manche nutzen ihr Rad nur gelegentlich für Spazierfahrten, andere erledigen damit auch ihre Einkäufe oder sonstige Dinge des Alltags. Für Verkehrsplaner Peter Gwiasda aus dem Kölner Büro Via ist das eine wichtige Erkenntnis. Er will allen Typen gerecht werden.

In den letzten Monaten hatten er und seine Kollegen das Radkonzept erarbeitet - und dabei auch die Anregungen aus zwei Workshops mit Bürgern aufgenommen. Das Ergebnis ist ein Katalog mit knapp 100 klar formulierten kleinen und großen Veränderungen im Stadtgebiet, der sich vom Umfang her fast schon als Buch binden lassen könnte. Das Investitionsvolumen beträgt etwa 4,4 Millionen Euro.

Ziel ist es, Monheim in den kommenden Jahren zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu machen - mit entsprechendem Siegel der gleichnamigen Arbeitsgemeinschaft. Dafür muss allerdings einiges passieren. "Auf allen Hauptstraßen muss Radverkehr sicher möglich sein", beschreibt Gwiasda die Zielsetzung. "Es muss außerdem auch ein attraktives Angebot abseits der Hauptstraßen geben." Ebenfalls wichtig sei, dass Radfahren insgesamt "deutlich sichtbarer" werde. "Wir wollen den Anteil des Radverkehrs von derzeit knapp 11 auf rund 20 Prozent steigern", betont der Planer.

Gelingen soll das mit einer ganzen Reihe von Änderungen, die direkt in die Infrastruktur eingreifen. Dabei gilt die Regel, dass Radler und Autofahrer sich künftig grundsätzlich die Straße teilen sollen. Bei Hauptverkehrsachsen, auf denen deutlich schneller als 30 Stundenkilometer gefahren wird, soll es Schutzstreifen für Radler geben.

Hinzu kommt bei Grenzfällen eine Art "duales System", bei dem sowohl auf der Straße als auch auf dem Gehweg geradelt werden darf. Das sei vor allem bei innerstädtischen Hauptstraßen wie dem Berliner Ring sinnvoll, meint Gwiasda. Vor allem entlang des Schulzentrums sei die Situation unbefriedigend. "Ein großer Teil der Schüler kommt mit dem Rad", sagt er. Das führt zu den Stoßzeiten zu mitunter chaotischen Szenen."

Außerdem soll es in Zukunft einige Fahrradstraßen im Stadtgebiet geben, auf denen das Rad Vorrang hat - zum Beispiel am Heerweg Richtung Hitdorf. Entsprechende Piktogramme und Markierungen sollen künftig den richtigen Weg weisen - vor allem am Busbahnhof, wo die Situation für Radler unübersichtlich ist. Zudem sollen alle Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung freigegeben und die Vorfahrtsregelung an Kreisverkehren vereinheitlicht werden.

"Es ist auch geplant, Ernst-Reuter-Platz und Heinestraße für Fahrräder zu öffnen", sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann. Die Zuhörer nahmen das Konzept weitgehend positiv auf. Kritik gab es nur an dem teilweise "rüpelhaften Verhalten" einiger Radler. Skeptisch war ein Zuhörer mit Blick auf das Miteinander von Auto und Rad auf den Straßen: "Es gibt einige Stellen in der Stadt, bei denen ich mir das noch nicht vorstellen kann."

Quelle: RP
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