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Analyse
Scholl-Straße: Stadt plant Radstreifen

Analyse: Scholl-Straße: Stadt plant Radstreifen
Auf der Geschwister-Scholl-Straße in Baumberg sollen die Radfahrer auf die Fahrbahn. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Auch 2016 werden Maßnahmen aus dem Radwegekonzept umgesetzt, Einbahnstraßen und Fußgängerzonen geöffnet. Von D. Schmidt-Elmendorff

Die meisten Wege innerhalb Monheims messen weniger als drei Kilometer, dennoch liegt der Anteil des Fuß- und Radverkehrs bei diesen Kurzstrecken nur bei 30 Prozent. 58 Prozent der Bürger steigen für den sogenannten "Katzensprung" in den Pkw. Auch im kommenden Jahr will die Stadt weitere Maßnahmen aus dem Radwegekonzept umsetzen, um die Radfahrer im Straßenraum mit dem Pkw-Verkehr gleichziehen zu lassen, bzw. ihnen sogar Vorrang zu gewähren.

Die Einbahnstraßen Hauptstraße, Leienstraße, Sandstraße zwischen Gries- und Deichstraße und die Wannesstraße sollen von Radfahrern auch in der Gegenrichtung befahren werden können. Proteste wie beim Birkenweg fürchtet die Fahrradbeauftragte Stephanie Augustyniok nicht, zumal dort ja die Einbahnstraßenregelung insgesamt aufgehoben worden war.

Auch die Fußgängerzonen Heinestraße, Friedrichstraße und Ernst-Reuter-Platz sollen für den Radverkehr freigegeben werden. "Die Fußgänger haben dann aber weiterhin Vorrang, so dass die Radler Rücksicht nehmen müssen." Im Grunde werde damit eine schon jetzt gängige Praxis legalisiert.

Als Pilotprojekt wird der Heerweg zur Fahrradstraße umgewidmet. Das heißt, dass dort nicht mehr die Autofahrer Vorrang haben, sondern die Radfahrer. "Wir haben diese Straße ausgewählt, da dort die Radlerfrequenz hoch ist, vor allem viele Schüler unterwegs sind - sie dürfen künftig auch nebeneinander fahren", erklärt Augustyniok. Diese Veränderung soll auch entsprechend öffentlichkeitswirksam eingeführt werden. Nach der Pilotphase soll dann entschieden werden, welche weiteren Verkehrswege als Fahrradstraßen ausgewiesen werden könnten. Von der Machbarkeit dieses Konzeptes hängt auch ab, ob der bisher benutzungspflichtige Radweg dann künftig nur noch als Gehweg genutzt werden darf.

Vor gut zehn Jahren erregte schon einmal ein auf der westlichen Geschwister-Scholl-Straße eingezeichneter Radstreifen den Zorn der Baumberger. Im nächsten Jahr plant die Stadt erneut, auf diese Weise den Radlern in jeder Fahrtrichtung eine eigene Fahrspur zu geben. Der Zweirichtungsradweg stelle eine potenzielle Gefährdung dar, weil viele Autofahrer bei den Straßeneinmündungen nicht mit Radfahrern aus beiden Richtungen rechnen, so Augustyniok. "Wir müssen uns etwas überlegen, damit es diesmal funktioniert und die Akzeptanz hoch ist", sagt sie.

Vo dem Schulzentrum am Berliner Ring soll künftig - für mehr Verkehrssicherheit - Tempo 20 gelten. Mit einem Fahrrad-Piktogramm mit zwei Pfeilen (Shadow) soll dem Autofahrer signalisiert werden, dass hier das duale System greift, das heißt: Die Benutzungspflicht für Radwege ist aufgehoben. Der Straßenraum wird auch von Radfahrern genutzt, deren Fahrzone durch Markierungsstreifen und Piktogramme kenntlich gemacht ist. "Wir haben einen Antrag beim Verkehrsministerium gestellt, ob wir künftig die in den USA gebräuchlichen Shadows nutzen dürfen", erklärt die Fahrradbeauftragte.

Kreisverkehre stellen an Radfahrer besondere Herausforderungen: Künftig werden sie bei innerörtlich gelegenen Kreiseln über die Fahrbahn geführt. Bei Kreiselverkehren am Siedlungsrand wird sich der Radverkehr auf kreisumlaufenden Radwegen abspielen.

Wenn im neuen Jahr die Bauordnung NRW wie erwartet geändert wird, bildet sie die rechtliche Grundlage für eine Fahrradabstellsatzung.

"Dann wollen wir festlegen, wie bei jedem Neubau die Abstellanlagen für Fahrräder auszusehen haben", erklärt Augustyniok.

Quelle: RP
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