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Langenfeld
So schmeckt das Mittelalter in Wiescheid

Langenfeld: So schmeckt das Mittelalter in Wiescheid
Man sieht's! Die starken Männer und ihre edlen Damen von der Rittergemeinschaft "Leones Pugnae" können nicht nur richtig gut kochen - ihnen schmeckt's auch. Am Wochenende demonstrierten sie auf der Wasserburg Haus Graven ihre Fertigkeiten. FOTO: R. Matzerath
Langenfeld. Das Burgfest am Wochenende auf Haus Graven bot reichlich Kostproben. Von Sophie Sprengel

Schwerter klirren, Dudelsack-Musik erklingt, Gauklerin Melania jongliert mit flammenden Keulen. Zum Burgfest hat sich in Wiescheid wieder ein buntes Völkchen eingefunden, darunter die Ritter aus der Gemeinschaft "Leones Pugnae" (Kämpfende Löwen), aber auch eine ganze Schar weiterer historisch gekleideter Mittelalter-Freaks. Etliche preisen an den fast 40 Marktständen Speisen und Getränke an, Brutzelduft und Aromen von frisch gebackenem Brot erfüllen den Burghof. Wie das Mittelalter wohl schmeckt? Probieren wir's!

Honigwein Für einen Wein sehr süß. Schmeckt trotzdem ziemlich gut und kann laut Mundschenk Stephanie Cornely kalt wie warm getrunken werden. "Im Mittelalter hatte so gut wie jedes Dorf einen eigenen Imker", sagt die Wirtin der fahrenden "Taverne zum Greifen". "Der Honig wurde zu Wein vergoren. Das war sehr zeitaufwendig."

Stockbrot Mmmhh. Fluffig, leicht, ein wunderbar lockerer Teig. Das Burgfest-Stockbrot wird vor aller Augen in einem alten Holzofen gebacken. Die Bäckermeister sind vom Fach: Sie kommen von der Eifel-Burg Satzvey, die schon viele Mittelalter-Spektakel erlebt hat.

Rahmflecken Die Pizza des Mittelalters! Als Belag gibt es verschiedene mit Rahm hergestellte Varianten: Speckwürfel, Spinat, Käse. Tomaten sind natürlich tabu, denn die kamen ja wie die Kartoffel erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa.

Wildschweinwurst Superlecker. Schmeckt wie eine sehr, sehr gute Bratwurst. Nur deutlich würziger und intensiver. Metzgermeister Krause von Zinneckers Wurstspezialitäten aus Duisburg legt die Ernährungsgeschichte tolerant aus: Er lässt auf dem Mittelaltermarkt auch Ketchup zu. "Das Fleisch stammt aus hauseigener Schlachtung, verwendet wird nur die Hüfte, das beste Stück des Tiers", heißt es am Bratstand. Das Brötchen zur Wurst erinnert an eine Pita-Tasche. Früher war Wild überwiegend dem Adel vorbehalten - zum Beispiel als Schmaus bei ritterlichen Festen.

Kräutermischung Unbeschreiblich. Es gibt 1000 verschiedene Sorten und Mischungen - und diese Kräuter sind neben Bruschetta, Essigen, Senfen, Pfeffer und Salzen noch bei weitem nicht das einzige, was die "Hexenküche" aus Wuppertal zu bieten hat. Die Kräutermischung "Latinisches Wunder" erinnert an Italien, das "Orientalische Wunder" ist feurigscharf. Kein Wunder bei Ingwer, Chilli, Knoblauch. Andere Mixturen locken mit verwunschenen Namen wie "Mondschatten" oder "Rabenherz".

Pilzpfanne Einfache Pilze in Kräuter- oder Knoblauchsoße - ein Genuss! Im Mittelalter aßen die Menschen, was der Wald hergab. Obwohl dieses Essen eher den ärmeren Leuten zugeschrieben wird, schmeckt es nahrhaft und frisch. Außerdem ab es einen Nebeneffekt: "Pilzgerichte sollten böse Geister vertreiben", sagt der Mann von der "Ritterpfanne" aus Duisburg.

Insgesamt also ziemlich lecker, dieses Mittelalter! Sogar Futterneider von damals sollten zum Fest beitragen: Mäuse. Als Glückskugeln auf vier Beinen. Zumindest am Samstag aber war das "Mäuseroulette" nicht anzutreffen. Vermutlich lag's am Dauerregen. Mittelalter schmeckt aber auch so - und am Sonntag gab's sogar Sonne obendrauf.

Quelle: RP
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