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Monheim
Statik macht den Aalschokker so viel teurer

Monheim: Statik macht den Aalschokker so viel teurer
So soll es mal aussehen am Fuß der Klappertorstraße. FOTO: Stadt
Monheim. Der Hauptausschuss bewilligte weitere 570.000 Euro für die Aufständerung. Von Petra Czyperek

Die Aufbaukonstruktion für das Museumsschiff Aalschokker auf dem Parkplatz Klappertorstraße in Baumberg gestaltet sich schwieriger, als zunächst gedacht. Und sie wird teurer. Deshalb bewilligten die Politiker im Haupt- und Finanzausschuss (Enthaltung bei der SPD) weitere 570.000 Euro, die zusätzlich für die Aufständerung gebraucht werden. Insgesamt wird der Aufbau rund 1,2 Millionen Euro verschlingen.

Gebäudemanager Michael Lobe begründete die Mehrkosten im Ausschuss unter anderem mit statischen Problemen wegen der schwierigen Bodenbeschaffenheit. "Als wir den Baubeschluss getroffen haben, war der Baugrund noch nicht untersucht". Jetzt habe sich herausgestellt, die Bodenschichten seien "nicht homogen". Erschwerend komme hinzu, dass unter dem Platz zwölf zehn Zentimeter dicke Rohre mit rund 300 Glasfaserleitungen "zum Teil bis nach Frankfurt" verliefen. Das erschwere auch den Einsatz des Kampfmittelräumdienstes, der das Gelände nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg absuchen müsse. Die Leitungen dürften dabei nicht beschädigt werden. "Diese Dimension war zu Beginn nicht ersichtlich", so Lobe.

Seine Ausführungen sorgten bei Markus Gronauer (CDU) für Empörung: "Wieso kommt das alles so plötzlich?" So sei die Bodenbeschaffenheit bekannt gewesen, und man habe damit rechnen müssen, dass es für die Sicherheitsexperten keine leichte Aufgabe sei. "Wir wollen die Umsetzung. Wir hätten uns aber über realistische Zahlen direkt zu Beginn gefreut", monierte der CDU-Fraktionsvorsitzende. "Das ist eine hundertprozentige Kostensteigerung." Auch Manfred Poell (Grüne) hielt den "Vorgang insgesamt für bedauerlich". Eine Verdoppelung der Kosten sei "ungünstig" und: "Jetzt kommen wir aus der Nummer nicht mehr raus". Lucas Risse (Peto) versuchte zu glätten: "Ich erwarte bei einer Kostensteigerung eine Begründung. Das ist hier durch Michael Lobe geschehen." Er lenkte den Blick auf die positiven Aspekte: "Der Aalschokker wird in Baumberg ein Blickfang sein."

Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) warf Gronauer "Besserwisserei" vor und stellte eine etwas andere Rechnung auf: Insgesamt seien für das MonChronik-Projekt Aalschokker mit begehbarer Plattform und Infotafeln zur Geschichte der Aalfischerei in Baumberg 3,7 Millionen Euro eingeplant. Demnach handele es sich nur um Mehrkosten von 15 Prozent.

Quelle: RP
 
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