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Monheim
Tankstelle schließt - Werkstatt braucht neue Bleibe

Monheim. Nach plötzlicher Kündigung an der Krischerstraße weiß Automechaniker Schirmer nicht, wohin mit seinem Betrieb. Von D. Schmidt-Elmendorff

Heiko Schirmer möchte nicht noch einmal auf Wanderschaft gehen müssen. Aber zum 31. Juli ist ihm die Kfz-Werkstatt gekündigt worden, die er auf dem Gelände der Tankstelle Blumentritt an der Krischerstraße betreibt. Die unrentabel gewordene Tankstelle wird aufgegeben.

"Der Verpächter hat durch die Bauarbeiten an der Krischerstraße hohe Umsatzeinbußen erlitten", berichtet Gattin Gritt Schirmer. Während eine Tankstelle vor allem auf Laufkundschaft angewiesen sei, die quasi im Vorüberfahren tanke, werde ihre preiswerte Werkstatt gezielt angefahren, dafür nähmen die Kunden auch Umwege in Kauf, so Heiko Schirmer. "Wir haben von der Baustelle nicht viel gemerkt." Die Sprit-Käuferströme haben sich dagegen inzwischen zu der leicht anzufahrenden Tankstelle Brinckschulte bei Hellweg verlagert.

Tatsächlich wolle er sein Tankstellen-Unternehmertum beenden, bestätigt Blumentritt. Alle Aufbauten auf dem Gelände würden abgerissen. Zu einem angeblichen Verkauf des Grundstücks will sich der Tankstellen-Mann allerdings nicht äußern. Dem Vernehmen nach laufen Verhandlungen mit einem örtlichen Bauträger.

Für den Kfz-Mechaniker Schirmer stellt sich indes das Problem, dass er auf der Suche nach einem neuen Werkstattgelände bisher nicht fündig geworden ist. Denn er benötigt ein vorhandenes Werkstattgebäude, einen Neubau könnte er alleine nicht stemmen. Und eine eingerichtete Halle, die ihm in der Nähe von Poco angeboten wurde, kommt nun doch nicht in Frage, weil in dem Areal eine andere Werkstatt Gebietsschutz genießt. "Wir würden aber gerne in Monheim bleiben, weil wir natürlich unsere Stammkunden behalten möchten", sagt Britt Schirmer.

Die gelernte Damenschneiderin und ihr Mann Heiko stammen aus Zittau. Nachdem sie infolge der wirtschaftlichen Umbrüche in der ehemaligen DDR arbeitslos geworden waren, wanderten sie zunächst in den Schwarzwald aus. Seit dem 1. Januar 2008 führen sie die Werkstatt an der Krischerstraße, der Sohn arbeitet in dem Familienbetrieb als Lehrling mit.

Bisher hat die Stadtverwaltung Monheim keinen Bauantrag für das Grundstück Krischerstraße 50 vorliegen. Da es für das Areal keinen geltenden Bebauungsplan gebe, könne dort der Paragraf 34 Baugesetzbuch angewendet werden, wonach in einem bebauten Ortsteil ein Vorhaben zulässig ist, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung der Bauweise in die nähere Umgebung einfügt, sagt Stadtplaner Robert Ulrich.

Nun sei die Bebauung in der Umgebung sehr heterogen, aber die Stadtverwaltung sei ja bestrebt, die Innenentwicklung zu fördern - wenn das geplante Projekt mit der Nachbarschaft verträglich ist, erklärt Ulrich.

Quelle: RP
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