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Langenfeld
Tunnelplanung nimmt wieder Fahrt auf

Langenfeld: Tunnelplanung nimmt wieder Fahrt auf
Hin und wieder fährt auch ein ICE über die Güterzugstrecke. FOTO: rm-
Langenfeld. Der durch Schranken geregelte Bahnübergang an der Kaiserstraße soll durch eine Unterführung ersetzt werden. Von Stephan Meisel

Und sie bewegt sich doch! Das tut nicht nur die Schrankenanlage an der Kaiserstraße. Auch die scheinbar aufs Abstellgleis geratene Planung eines Tunnels statt dieser Schranken nimmt jetzt wieder Fahrt auf. Am kommenden Donnerstag sollen die Stadtpolitiker im Bau- und Verkehrsausschuss hierzu eine Vereinbarung mit dem Bahnunternehmen DB Netz AG beschließen. Die CDU-Mehrheitsfraktion wird nach Angaben ihres Vorsitzenden Jürgen Brüne diesem Vorhaben zustimmen. Der städtische Chefplaner Ulrich Beul bezeichnete den Vertrag als "ersten Schritt zur Realisierung des Tunnels". Mit 3,1 Millionen Euro trägt die Stadt etwa die Hälfte der Gesamtkosten (siehe Infobox). Wird der Entwurf so beschlossen, werden danach bis zum Baustart laut Beul noch fünf bis sechs Jahre vergehen.

Vorgeschichte Eine der am stärksten befahrenen Güterzugstrecken Deutschlands quert die Kaiserstraße. Entsprechend häufig stoppen Bahnschranken Autos von und nach Richrath-Mitte. Deswegen und mit Blick auf die vielen Schüler, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Gleise passieren, tüfteln Politiker und Ingenieure seit mehr als 30 Jahren an Plänen für einen Tunnel. Vor fünf Jahren kippte die Ratsmehrheit jedoch den baureifen Entwurf für eine mit rund acht Millionen Euro veranschlagte Unterführung.

Tunnelentwurf 2015 legte der städtische Verkehrsplaner Franz Frank einen deutlich abgespeckten Entwurf vor (siehe Grafik). Danach wird die Kaiserstraße nach Norden verlängert, unter den Gleisen hindurchgeführt und an die Hildener Straße angeschlossen. Neben den Fahrspuren für Autos verläuft ein Geh- und Zweirichtungsradweg.

Kosten Grundlage für die Berechnung der Zuschüsse ist die im Vergleich zum Tunnel wirtschaftlichere Lösung - nämlich eine Brücke. Beul zufolge würde diese netto 5,4 Millionen Euro kosten (siehe Infobox). Je ein Drittel der Baukosten tragen Stadt, Bahn und Bund. Zusätzlich zu ihrem Anteil von 1,8 Millionen Euro müsse die Stadt im Falle des Tunnels noch die höheren Baukosten von 600.000 Euro sowie mit 200.000 Euro die aufwändigere Unterhaltung an die Bahn abtreten. Der letztgenannte Betrag war in der Ratssitzung im März noch mit 400.000 Euro beziffert worden. "Wir haben diese Ablöse auf die Hälfte runtergehandelt", sagt Beul. Mit diesem um 200.000 Euro niedrigeren städtischen Anteil begründete Brüne die Zustimmung seiner Fraktion. In der besagten Ratssitzung im März hatte die CDU noch einen Antrag der Grünen zu Fall gebracht, 50.000 Euro Planungskosten in den Haushalt einzustellen.

Quelle: RP
 
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