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Langenfeld
Umweltzone bringt bessere Luft

Langenfeld: Umweltzone bringt bessere Luft
Die Einrichtung der Umweltzone hat für Langenfeld bereits bessere Luftwerte gebracht. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Langenfeld. Für die Langenfelder Umweltzone liegen aktuelle Luftmesswerte vor: Der Stickstoffdioxid-Gehalt wurde deutlich gesenkt. Von Stephan Meisel

Für die Langenfelder Umweltzone liegen jetzt aktuelle Luftmesswerte vor, die ein positives Bild zeichnen. Der städtische Verkehrsplaner Franz Frank hat es kaum erwarten können, die vom NRW-Umweltministerium ins Internet gestellte Tabelle mit den 2015er-Jahreszahlen anzuklicken. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Frank mit Blick auf den an der Schneiderstraße gemessenen Stickstoffdioxid-Gehalt (NO2). Als 2013 das auf der Grafik grün dargestellte Gebiet beiderseits dieser Straße zur Umweltzone erklärt wurde, lag der Jahresmittelwert mit 52 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) weit über dem zulässigen Grenzwert (40). "Jetzt liegen wir mit 41 Mikrogramm nur noch ganz gering über dieser Marke", stellte Frank fest. "Das bedeutet, dass die Beschränkungen und Verbesserungen des Verkehrsflusses Erfolg hatten."

Grundlage für die etwa anderthalb Quadratkilometer große Umweltzone war der Ende 2012 in Kraft getretene Luftreinhalteplan. Darin forderte die Bezirksregierung konkrete Veränderungen im Verkehrsgeschehen ein, um den gesundheitsschädlich hohen NO2-Gehalt unter 40 µg/m3 zu senken. Durften anfangs noch Dieselfahrzeuge mit gelber Plakette einfahren, so ist seit Juli 2014 die grüne Umweltplakette an der Windschutzscheibe Pflicht.

Frank führt die kontinuierlich abgesenkten NO2-Werte vor allem auf den verbesserten Verkehrsfluss zurück. "Die Grüne Welle zwischen Kronprinzstraße und Autobahn A 542 hat sich ebenso ausgewirkt wie die Verbesserungen an der Hardt. Außerdem ist das Linksabbiege-Verbot für Lastwagen von der Schneiderstraße in die Hardt deutlicher ausgeschildert, so dass sich Lkw nicht mehr zurückstauen." Ebenso trügen verbesserte Radwege und Tempo-30-Zonen zur Luftqualität bei. "So haben wir mehr erreicht, als es im Langenfelder Luftreinhalteplan zu erwarten war."

Anhand der Messwerte sei die Wirkung "der im Luftreinhalteplan aufgeführten Maßnahmen" belegt, sagt Christian Brämswig von der Bezirksregierung. "Angesichts der zu erhoffenden Unterschreitung des Grenzwertes im laufenden Jahr ist mit einer Fortschreibung und damit Verschärfung des Luftreinhalteplanes nicht zu rechnen." An eine Aufhebung der Umweltzone bei einem NO2-Jahresmittelwert unter 40 µg/m3 sei nicht gedacht. "Sie hat mit anderen im Luftreinhalteplan aufgeführten Maßnahmen ja zu dessen Erfolg beigetragen."

Die Deutsche Umwelthilfe hatte 2015 Langenfeld gerügt, weil im Vergleich zu anderen Städten das Vorhandensein der grünen Plaketten unzureichend überwacht und geahndet werde. Laut Ordnungsamtschef Christian Benzrath hat sich an der bisherigen Praxis in Langenfeld nichts geändert. Seine Mitarbeiter kontrollierten immer wieder den ruhenden Verkehr in diesem Gebiet. "Sie achten vor allem auf Falschparker oder Autos ohne Kennzeichen. Wenn sie dann feststellen, dass die grüne Plakette fehlt, dann wird das geahndet." Gleichwohl hätten bislang nur wenige Autofahrer hierfür 80 Euro zahlen müssen. Immerhin 20 seien schon in diesem Jahr ohne grünen Aufkleber erwischt worden.

Überlagert wird die Diskussion von Plänen der Bundes- und Landesumweltminister, eine blaue Umweltplakette für Fahrzeuge mit geringem NO2-Ausstoß einzuführen. Wer sie nicht hat, dem droht nach diesen noch nicht beschlossenen Plänen künftig an bestimmten Stellen ein Fahrverbot. 13 Millionen Autos könnten Experten zufolge betroffen sein.

Quelle: RP
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