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Analyse
Volkshochschule erzielt Besucherrekord

Langenfeld. 17.000 Veranstaltungsteilnehmer zählte Langenfelds städtische Weiterbildungseinrichtung im vorigen Jahr - 8,4 Prozent mehr als 2014. Erheblich beigetragen dazu hat die Flüchtlingswelle. Von den auswärtigen Besuchern kommen viele aus Monheim. Von Thomas Gutmann

194 anerkannte Staaten gibt es zurzeit auf der Erde. Aus 74 dieser Länder sind im vorigen Jahr die Teilnehmer an Deutschkursen der Langenfelder Volkshochschule gekommen. "Das zeigt, wie international unser Publikum ist", sagt Juliane Kreutzmann. Gestern legte die VHS-Leiterin dem städtischen Kulturausschuss den Jahresbericht ihrer Einrichtung für 2015 vor. Dies sind die wichtigsten Erkenntnisse daraus:

Teilnehmerrekord Zwar ist die Zahl der Veranstaltungen gegenüber dem Rekordjahr 2014 leicht um 34 auf 1249 zurückgegangen, doch hat die VHS zwei Rekorde erzielt: bei den Unterrichtsstunden (22.928 = + 9,7 Prozent) wie auch bei der Teilnehmerzahl (17.149 = + 8,4 Prozent). Auf längere Sicht dürfte sich besonders der Umzug in das 2001 eröffnete Kulturzentrum in der (damals neuen) Stadtmitte bezahlt gemacht haben: Seither hat sich die Teilnehmerzahl mehr als verdoppelt.

Großaufgabe Integration Erheblich zum Teilnehmerrekord beigetragen hat die Flüchtlingswelle. 2015 nahmen 935 Menschen an speziellen Sprach- und Integrationskursen teil, von denen ein Großteil vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF) gefördert wird. Zum Vergleich: 2014 waren es noch 503 - fast um die Hälfte weniger. Aber auch die Vorbereitung Einheimischer aufs Berufsleben nimmt die VHS immer stärker in Anspruch: So werden mit Achtklässlern aus Langenfeld und Monheim Potenzialanalysen und dreitägige Berufsfelderkundungen unternommen. 2015 bekamen 896 Schüler einen solchen qualifizierten Einstieg in die Berufsorientierung.

Fünf Sparten 37 Prozent aller Veranstaltungen und 52 Prozent der Unterrichtsstunden entfielen 2015 auf den Bereich Sprachen. Bei der Auswertung der Teilnehmer wie der Besuche (= Schwellenüberschreitung; insgesamt knapp 100.000, siehe Grafik) liegt jedoch der Bereich "Gesellschaft" vorne. "Besonders beliebt sind hier Veranstaltungen zur Stadtgeschichte und zu lebenspraktischen Fragen wie dem (Ver-) Erben, dem Diebstahlschutz oder der Behandlung von Schwindel", sagt Kreutzmann. Bei Fremdsprachen ist neben Englisch Spanisch besonders populär. Aber auch für Nischenangebote fühlt sich die VHS zuständig, etwa für "Chinesisch für Kids" (zuletzt drei Teilnehmer). Im Bereich "Beruf" werden EDV/Internet-Kurse stark nachgefragt, in der "Werkstatt" Kochen und Malerei und in der Sparte "Gesundheit" Rückengymnastik und Yoga.

Frauenüberhang Der typische VHS-Kursteilnehmer ist älteren Semesters und weiblich. Auf einen Mann entfallen zwei Frauen (31 zu 69 Prozent). Am deutlichsten ist der Frauenüberhang im Bereich "Gesundheit" (88 Prozent), am geringsten bei den Sprachen (62 Prozent). Knapp die Hälfte der Teilnehmer ist älter als 50, ein Viertel zwischen 36 und 50 Jahre alt.

Recht viele Monheimer 72 Prozent des VHS-Publikums kommt aus Langenfeld. Unter den 4800 auswärtigen Besuchern bilden die Monheimer die mit Abstand größte Gruppe (22 Prozent der Auswärtigen), gefolgt von Leverkusenern, Hildenern (beide 9 Prozent) und Düsseldorfern (8 Prozent).

Top-Noten Stolz ist Kreutzmann auf Langenfelds Platzierung im VHS-Ranking des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE; Vergleich 2014). Danach liegt Langenfeld unter 22 vergleichbaren Städten bei der Weiterbildungsdichte auf Rang 2 (Rang 4 unter sämtlichen 124 VHS in NRW), bei der Angebotsdichte auf Rang 1 (Gesamtvergleich: Rang 2) und bei der Reichweite auf Rang 2 (Rang 3).

Quelle: RP
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