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Volkshochschule ist der Klassenprimus

Analyse: Volkshochschule ist der Klassenprimus
Juliane Kreutzmann, Leiterin der Volkshochschule Langenfeld, freut sich über Top-Platzierungen ihrer Einrichtung im landesweiten VHS-Ranking. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Die städtische Weiterbildungseinrichtung liegt weiter auf Wachstumskurs. Auch die Qualität stimmt: In den aktuellen Ranglisten des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung liegt die Langenfelder VHS unter 23 vergleichbaren Städten auf den Plätzen 1 und 2. Von Thomas Gutmann

Juliane Kreutzmann ist als gebürtige Sauerländerin eher ein nüchterner Typ, aber dieses Zeugnis ließ auch sie strahlen. "Da wir es uns ja nicht selbst ausgestellt haben, können wir schon stolz darauf sein", sagte die Leiterin der Langenfelder Volkshochschule, als sie das Ranking in der letzten Sitzung des städtischen Kulturausschusses vorstellte. Unter allen 129 Volkshochschulen in NRW mindestens unter den Top 4, in der Vergleichsgruppe von 23 etwa gleichgroßen Städten einmal sogar absolute Spitze - dies ergab die Auswertung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) für das letzte Erhebungsjahr 2013. In drei Kategorien hat das DIE landesweit verglichen:

Weiterbildungsdichte Hier kommt die Langenfelder VHS auf 339 Unterrichtsstunden pro 1000 Einwohner - macht Rang 2 in der Vergleichsgruppe und Rang 4 unter allen 129 VHS.

Angebotsdichte 18,1 Veranstaltungen pro 1000 Einwohner bedeuten Rang 1 unter den 23 vergleichbaren VHS und Rang 2 insgesamt.

Reichweite Beschreibt den Prozentsatz der Einwohner, die VHS-Veranstaltungen belegen. Mit 21,1 Prozent landet Langenfeld hier auf Platz 2 und Platz 4.

Die Gründe für das gute Abschneiden bringt Kreutzmann auf folgenden Dreiklang: Attraktivität, Qualität und ein breites Angebotsspektrum. Attraktiv macht in ihren Augen unter anderem der zentrale Standort der VHS: Ob für "Laufkundschaft", die sich über das Kursangebot informieren will, oder für Teilnehmer, die Veranstaltungsbesuche mit Einkäufen verbinden - der Weg zum Kulturzentrum ist kurz. Zur Qualität zählt Kreutzmann neben den Dozentenleistungen auch ausreichende Kapazitäten für das persönliche Anmeldeverfahren. Erstaunlicherweise ist die Zahl derjenigen, die für die Anmeldung in der Geschäftsstelle vorstellig werden, zuletzt deutlich gestiegen, während der Anteil der Online-Anmeldungen zurückging (schriftlich und telefonisch etwa gleichbleibend). Die Vielfalt wiederum wird im Stichwortverzeichnis für das kommende Semester deutlich: Es reicht von A wie Acrylmalerei über O wie Obstsorten und T wie Tablet-PC bis Z wie Zumba.

Nach der Bilanz von 2014 dürfte die Langenfelder VHS gute Chancen haben, auch im nächsten DIE-Ranking vorne zu liegen.

Kein Ende des Wachstums Bei allen drei wichtigen Kennziffern hat die VHS im vorigen Jahr Rekordzahlen erreicht, nämlich 1283 Veranstaltungen (2013: 1270 / 2000: 583), 20 892 Unterrichtsstunden (19 718 / 10 683) und 18 821 Teilnehmer (14 118 / 8278).

Sprachen vor Hobbys Das VHS-Programm gliedert sich in fünf Bereiche. Die meisten Veranstaltungen zählten die "Sprachen" (453 mit insgesamt 10 899 Unterrichtsstunden und 3691 Teilnehmern) und die "Werkstatt" (Werken, Gestalten, Ernährung: 369 Veranstaltungen mit 5239 Stunden und 4249 Teilnehmern), vor "Beruf" (182/1871/2364), "Gesundheit" (135/2087/2434) und "Forum" (Vorträge, Rundgänge etc.: 144/796/3083).

Mittleres Alter dominiert Mehr als die Hälfte der Teilnehmer ist mittleren Alters (Anteil der 36- bis 50-Jährigen: 23,9 Prozent; der 51- bis 65-Jährigen 28,5 Prozent), gefolgt von den Älteren (über 65: 19,7 Prozent) und der Jugend (bis 25: 17,6).

Mehr Frauen als Männer Am deutlichsten zeigt sich der Frauenüberhang im Bereich "Gesundheit" (93 Prozent sind Teilnehmerinnen), am wenigsten deutlich beim "Forum" (55 Prozent). Insgesamt ist noch nicht einmal jeder dritte Teilnehmer männlich, aber immerhin ist der Anteil gewachsen, von 25 (2013) auf 30 Prozent.

Zugkraft auch in Monheim 68 Prozent der Kursteilnehmer sind Langenfelder. Unter den auswärtigen haben die Monheimer den größten Anteil (1067 Teilnehmer = 21 Prozent aller Auswärtigen).

Quelle: RP
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