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Leichlingen
Die Gesundheits-Fortbildung

Leichlingen. In der Klinik Roderbirken erhalten derzeit 14 Currenta-Mitarbeiter ein gesundheitliches Rundum-Pakt. Sie lernen Strategien, um körperlicher Beanspruchung im Beruf, aber auch seelischen Strapazen entgegenzuwirken. Von Roman Zilles

Probleme am oder im Gebäude, etwa Wasserrohrbruch oder Kurzschluss, lagen keine vor. Dennoch rückte kürzlich eine Gruppe Handwerker in die Klinik Roderbirken ein, schildert Hansjörg Hüllbüsch. Kommen sonst "üblicherweise Personen zu uns, die erkrankt sind oder Krankheiten überstandenen haben", sagt der Verwaltungschef der Klinik, seien die Neuankömmlinge kerngesund.

Mehr Lebensqualität

Damit dies so bleibt, beteiligen sich die Mitarbeiter des Chemiepark-Betreibers Currenta, die im beruflichen Alltag Anlagen an den Standorten Leverkusen, Uerdingen und Dormagen am Laufen halten, nun am Pilotprojekt "Plan Gesundheit". Dabei werden Wissen und Übungen vermittelt, um der körperlichen Beanspruchung im Job und auch seelischen Strapazen entgegenzuwirken. So wird die Lebensqualität gesteigert, und der Arbeitgeber erhält fitte Mitarbeiter. Startpunkt dieser Fortbildung in Sachen Gesundheit war eine Untersuchung durch den Werksarzt, um akute Erkrankungen ausschließen und Risikofaktoren einschätzen zu können. Im Anschluss ging es nach Roderbirken, eine von vier beteiligten Reha-Einrichtung. An drei vollen Tagen wurde die Gruppe auf das Kommende vorbereitet. "Wir haben sie mit den Inhalten der nächsten Wochen vertraut gemacht und Programme entwickelt, die auf die einzelnen Teilnehmer abstimmt sind", erläutert Hüllbüsch.

Inzwischen steht die Currenta-Gruppe am Beginn einer 16-wöchigen Trainingsphase. Dabei sind Bewegung und Ergotherapie nur zwei von mehreren Bausteinen, die nun zweimal pro Woche in Roderbirken für die Teilnehmer auf dem Programm stehen. Auch Entspannungsübungen werden durchgeführt, mit denen sich seelischer Stress abbauen lässt. "Schließlich können psychische Belastungen zu körperlichen Erkrankungen führen", erklärt Hüllbüsch. Ein weiteres Standbein des Projekts ist die Ernährung. Mit diesem gesundheitlichen Rundum-Paket sollen sowohl Risiken für orthopädische als auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen minimiert werden.

In knapp vier Monaten begibt sich die Gruppe von den Reha-Einrichtungen in die Hände von zwei Sportlehrern der Sporthochschule Köln. Diese so genannten Präventionsmanager stehen in den folgenden anderthalb Jahren den Teilnehmern zur Seite, unterstützen dabei, das zuvor Erlernte im Alltag konsequent umzusetzen. Nach insgesamt zwei Jahren endet die enge Betreuung. "Im Anschluss können die Teilnehmer Angebote von Vereinen oder auch in unserer Klinik wahrnehmen", sagt Hüllbüsch. Auch die beiden Präventionsmanager bleiben – dann weitgehend per Telefon oder E-Mail – Ansprechpartner.

"Extrem motoviert"

Belastbare Prognosen zu den Erfolgsaussichten des neuartigen Projekts gibt es nicht. Aber in Roderbirken sind sie optimistisch. "Es wird noch sehr viel Disziplin vonnöten sein. Aber unsere Gruppe hier ist extrem motiviert", sagt Hüllbüsch. Sinn und Zweck des Projekts haben die 14 Handwerker ohnehin schon erkannt: Alle haben sich freiwillig gemeldet.

Quelle: RP
 
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