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Leichlingen
Eltern sollen Pubertät nicht als Plage abtun

Leichlingen. Ein Elternabend über die Pubertät schlug eine Brücke zwischen Erwachsenen und ihren Kindern. Von Ina Bodenröder

Die Phase macht ein bisschen Angst - Jugendlichen und Eltern gleichermaßen. Was sich in der Pubertät in jungen Menschen abspielt, wie sie sich verhalten und reagieren, bleibt oft im Dunkeln und noch häufiger unvorhersehbar. Dennoch: "Die Pubertät ist die Phase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, in der es zu eingreifenden körperlichen und psychischen Veränderungen kommt. Die Veränderungen sind aber keine Plage. Es bilden sich Eigenschaften heraus, die wir für ein erfülltes Erwachsenenleben unbedingt brauchen", sagten Sabine Henke und Jürgen Salewski vom Arbeitskreis Prävention.

Bei einem Elternabend und Workshops im Schulzentrum nahmen sie sich des Themas "Pubertät und Kommunikation" an. Es sollte ein Beitrag dazu sein, dass Eltern und Kinder während des "Umbaus im Gehirn" im Kontakt bleiben. "In der Pubertät wirken sich Gefühle schneller und stärker auf Entscheidungen und Verhalten aus als Vernunft und Argumente", sagte Henke. Eine erhöhte Impulsivität führe dazu, dass Jugendliche oft handelten, ohne über Folgen nachzudenken. Jungen seien in dieser Zeit risikobereiter, Mädchen emotionaler.

Eine wichtige Botschaft lautete: "Bleiben Sie hartnäckig und im Gespräch mit Ihren Kindern. Sie brauchen Orientierung", sagte Gudrun Bormacher vom Amt für Jugend und Schule. Eltern und Jugendliche müssten dafür viel üben. Gelegenheit dazu bekamen die Erwachsenen in zwei Workshops. Dafür waren zwei Schauspieler engagiert, die "pubitypische" Geschichten nachspielten. Das Besondere: Die Eltern durften die Szene unterbrechen, die Situation "zurückdrehen" und ihre Reaktion darauf noch einmal überdenken - ein Vorteil, den sie im normalen Leben nicht haben. Denn wie reagiert man angemessen, wenn zum hundertsten Mal die Schuhe mitten im Flur liegen oder im Zimmer des Jugendlichen Chaos herrscht? "Eine ideale Lösung gibt es sicherlich nicht", sagte Bormacher. Wichtig sei es, Empathie und Einfühlungsvermögen für die Kinder zu haben und gelegentlich die Perspektive zu wechseln.

Ganz schlecht kommen bei Heranwachsenden Vergleiche mit anderen Jugendlichen oder den vermeintlich besseren "früheren Zeiten" an. "Das interessiert sie überhaupt nicht", wusste Gudrun Bormacher und gab den Eltern noch einen Rat ("Handeln Sie Regeln mit Ihren Kindern gemeinsam aus") und einen Trost ("Die wollen Ihnen gar nichts, die können gerade nicht anders") an die Hand.

Quelle: RP
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