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Leichlingen
Jugendliche lernen sicheres Surfen mit dem Handy

Leichlingen: Jugendliche lernen sicheres Surfen mit dem Handy
Karoline Schütz (vorne links), Melanie Eichmann, Julia Heuvelmann und Sina Schilder (vorne rechts) haben den Leitfaden entwickelt. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. 55 Kinder und Jugendliche sind im Kinder- und Jugenddorf Sankt Heribert an der Landrat-Trimborn-Straße in Leichlingen untergebracht. Und natürlich stellt wohl für viele von ihnen das Smartphone - und damit verbunden das Internet - einen wichtigen Anteil in ihrem Leben. Damit sind aber nicht nur Chancen verbunden. Von Tobias Brücker

Schließlich bergen die scheinbar endlosen Weiten des Internets auch einige Gefahren. Jugendliche sind sich dessen nicht immer bewusst, versenden arglos Bilder an teilweise Unbekannte und stellen persönliche Informationen ins Netz. Vier Studentinnen der Sozialpädagogik haben sich im Rahmen ihrer baldig anstehenden Bachelorarbeit mit der Thematik auseinandergesetzt. Dabei ist ein Leitfaden für die Leichlinger Einrichtung entstanden.

Ihre Ideen stellten die vier Frauen zwischen 23 und 25 Jahren diese Woche rund zehn Mitarbeitern vor. "Wir haben festgestellt, dass im Haus nicht sachgemäß mit dem Smartphone umgegangen wird", betonte Karoline Schütz. Das Verhalten vieler Jugendlichen sei naiv.

Bei einer Untersuchung innerhalb der Einrichtung sowie an den Schulen der Stadt habe sich ergeben, dass häufig erst etwas getan werde, wenn bereits eine Bedrohung im Zusammenhang mit dem Internet aufgetreten sei. Jugendlichen sei es während der Aufklärung wichtig, dass diese spielerisch geschehe, sie wollten auf Augenhöhe behandelt und das Handy solle keineswegs gänzlich niedergemacht werden.

Aus diesen Informationen und einer Basis aus gesetzlichen, medienpädagogischen und neurowissenschaftlichen Grundlagen hat sich ein theoretischer Leitfaden für die Mitarbeiter ergeben. Für das Arbeiten mit den Kindern wurde ein Spiel entwickelt, das "#OnFassbar" heißt und 23 pädagogische Spiele enthält.

Egon Graf, Leiter der Einrichtung, ist erwartungsfroh: "Das Projekt wird mit Sicherheit umgesetzt", sagte er. Menschen, die im Kinder- und Jugenddorf anfangen wollten, bräuchten eine Menge Empathie. Schließlich mussten die Untergebrachten aus verschiedenen Gründen aus ihren Familien genommen werden. "Gleichzeitig darf man sich von den Schicksalen nicht auffressen lassen." Karoline Schütz (25) hat sich bewährt und nun in den Häusern fest angestellt. Etwas, das vor allem durch die Besonderheiten eines Studiums in den Niederlanden möglich war. "Das Studium ist sehr praxisbezogen, in Deutschland wäre es dual", erklärte Schütz. Ihre Mitstreiterinnen Julia Heuvelmann, Sina Schilder und Melanie Eichmann lernte sie an der Hogeschool van Arnhem en Nijmegen kennen. Auch sie werden wohl bald das tun können, weshalb sie Sozialpädagogik studieren: Menschen helfen.

Quelle: RP
 
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