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Leichlingen
Leichlingen nahm Abschied von Karl Reul

Leichlingen: Leichlingen nahm Abschied von Karl Reul
Auch so wie auf dem Foto am Altar wollen viele ihren Karl Reul in Erinnerung behalten: als einen Menschen, der gute Laune verbreitete, sich zudem Jahrzehnte sehr engagiert und ernsthaft für seine Stadt eingesetzt hat. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Der ehemalige Rektor der Schule Kirchstraße und engagierte Christdemokrat starb am 7. Oktober. Samstag war die Beerdigung. Von Gabi Knops-Feiler

In der Kirche St. Johannes Baptist hatte Karl Reul seiner Frau Milli einst das Ja-Wort gegeben und wollte sein Eheversprechen nach 65 Jahren im nächsten Frühjahr dort erneuern. Am Samstag wurden in dieser Kirche die Exequien für den Ehrenbürgermeister Leichlingens gehalten. Karl Reul war am 7. Oktober im Alter von 92 Jahren unerwartet gestorben.

Wie beliebt er war, dies zeigte sich auch daran, dass kein Platz in der Kirche unbesetzt blieb, viele Besucher stehen mussten. In den ersten Reihen saßen die Witwe, fünf Kinder, deren Partner und zehn Enkelkinder, von denen fünf die Fürbitten sprachen.

Die Beisetzung fand auf dem Friedhof Johannisberg statt. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes und sein Vorgänger Ernst Müller (SPD), der CDU-Vorsitzender Maurice Winter sowie die ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete Ursula Monheim aus Leverkusen waren Teilnehmer des Trauergottesdienstes, den Pfarrer Reiner Stein aus Solingen und Dechant Dr. Bruno Kurth aus Wuppertal mit acht Ministranten zelebrierten.

Am Altar stand an einer weißen Decke drapiert eine Staffel mit einem Foto, das einen lachenden Karl Reul zeigte - so, wie ihn viele kannten. Einziger Blumenschmuck waren zwei Gebinde mit gelben Sonnenblumen und roten Rosen. Die Familie hatte auf Blumen oder Kränze verzichtet, stattdessen um Spenden zugunsten der von Karl Reul errichteten Kulturstiftung Leichlingen gebeten.

Bei der Trauerfeier sangen Karl Reuls Chorfreunde. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Der Pfarrer zeichnete das Bild eines Mannes, der bei den Menschen beliebt war und geschätzt wurde. Der aufging in seinem Beruf als Lehrer und seine Klasse 1951 sogar mit auf Hochzeitsreise in den Schwarzwald nahm. Der willensstark war, viel von sich und anderen forderte und der große Sympathien für die Kicker von Bayer 04 Leverkusen hegte.

Zum Ende der Messe sprach Rainer Deppe (MdL) und Vorsitzender der CDU des Rheinisch-Bergischen Kreises. Er bezeichnete Reul als "Glücksfall" für die Familie, für Schule, Partei, Kreis und Stadt. Deppe sagte: "Bürgermeister Reul war im besten Sinne Meister für die Bürger". Mit ihm konnte man reden, immer um Rat fragen. Er half, Türen zu öffnen oder Verbindungen herzustellen. Er hatte wirkliches Interesse an seinen Mitmenschen. Wir alle, die wir auf unterschiedliche Weise mit Karl Reul verbunden waren, haben einen großen Verlust erlitten. Er wird uns fehlen", lautete sein letzter Gruß an den Verstorbenen, dessen Leichnam auf dem Friedhof Johannisberg beigesetzt wurde.

Sohn Herbert Reul zum Abschied seines Vaters. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Auch viele ehemalige Schüler sowie Vertreter von Vereinen und Organisationen waren gekommen, um Abschied zu nehmen. Die Sänger, zu denen der Verstorbene bis zu seinem Tod gehörte, trugen drei Lieder bei. Überdies sangen Kantorin Pia Gensler an der Orgel und Sopranistin Charlotte Krause den "Abendsegen" (Humperdinck). Es waren wohl die Lieblingslieder von Karl Reul, die von der Familie zu diesem Anlass gewählt wurden und die zu Tränen rührten.

Quelle: RP
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