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Leverkusen
Schon die Eltern spendeten regelmäßig Blut

Leverkusen: Schon die Eltern spendeten regelmäßig Blut
Susanne Iwersen (r.) nimmt Kerstin Ehrchen (M.) Blut ab. Die Witzheldenerin ist schon zum 30. Mal als Spenderin dabei und hat keine Angst. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Mit dem regelmäßigen Blutspenden helfen sie nicht nur kranken Menschen, sondern tun zugleich etwas für sich selbst: Die beiden Witzheldenerinnen Kerstin Ehrchen und Kerstin Haladuda sind so gut wie immer dabei, wenn das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zum Blutspenden einlädt. Jetzt war in der Martin-Buber-Grundschule in Kuhle wieder Termin: Neben Ehrchen und Haladuda ließen sich rund 65 Menschen einen halben Liter Blut abnehmen und einige von ihnen zugleich für Knochenmarkspenden typisieren.

"Ich bin von klein auf mit meinen Eltern mitgegangen, die immer schon gespendet haben", erzählt Kerstin Ehrchen. Damit wolle sie anderen helfen, die wegen einer Erkrankung oder eines Unfalls dringend auf Blutkonserven angewiesen seien. Zugleich sieht sie aber auch die Chancen für sich selbst: "Durch die Spende erneuert sich das eigene Blut, und man ist weniger Schlaganfall-gefährdet", sagt die Witzheldenerin. Außerdem werde das Blut untersucht, und wenn etwas dabei auffalle, der Hausarzt informiert. Es sei also auch ein kleiner Gesundheitscheck.

Für Kerstin Haladuda zählen dieselben Argumente. "Als Mutter ist das Thema für mich noch weiter in den Vordergrund gerückt", sagt sie mit Blick auf die Tatsache, dass mit ihrem Blut vielleicht das Leben anderer gerettet wird.

Beide Frauen werden im Vorfeld der Blutspendeaktionen vom DRK angeschrieben, außerdem hängen viele Plakate im Ort, die übergroß auf den Termin hinweisen. Warum immer weniger Menschen mitmachen, können sich die beiden nur teilweise erklären: "Viele haben einfach Angst vor der Nadel", vermutet Kerstin Ehrchen. Außerdem könnten gesundheitliche Gründe dagegensprechen.

Zum Sommer kommen regelmäßig besonders wenige Spender, weil Urlaubzeit ist. Dann gehen die Blutkonserven spürbar zur Neige. Das bestätigt DRK-Teamleiter Patrick Messingfeld. Aber nicht nur die Jahreszeit, sondern auch das Alter der Spender spiele offenbar eine Rolle: In Witzhelden waren wenig junge Blutspender anzutreffen. "Wir haben Nachwuchssorgen", sagt Messingfeld. Ob es an zu wenig Aufklärung oder einfach Desinteresse liege, kann er nicht sagen.

Alle Blutspendeorganisationen in Deutschland suchten neue Leute, weil das Blut vor allem für Therapien und Operationen dringend benötigt werde. In Witzhelden kommen derweil immer 60 bis 70 Menschen zu den Spendeterminen. Ehrchen und Haladuda jedenfalls werden auch bei den nächsten Malen wieder dabei sein.

(inbo)
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